Biosphärenreservate in Deutschland

Blühende Streuobstwiesen, von Schafen gepflegte Wacholderheiden und sattgrüne Buchenwälder prägen die Schwäbische Alb und das Vorland. Die Kulturlandschaft zwischen Stuttgart und Ulm, im Herzen Baden-Württembergs, wurde 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat ausgezeichnet. Die vielfältige Landschaft bietet nicht nur Fauna und Flora wertvollen Lebensraum, sie ist zugleich auch Lieferant für Rohstoffe wie Alblinsen, Schafswolle, Schnecken, Getreide, Amaranth und vieles mehr.

Gründungsjahr: 2008
Geographische Lage: 50 Kilometer südöstlich von Stuttgart auf der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg)
Größe: 853 km²
Landschaften: Äcker, Buchenwälder, Kalkmagerweiden, Kalmagerrasen, Kulturlandschaft, Siedlungsflächen, Streuobstwiesen, Wacholderheiden, Wiesen

Das Gebiet

Die durch menschliche Nutzung entstandene Kulturlandschaft mitten in Baden-Württemberg ist Heimat für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Doch nicht nur Fauna und Flora fühlen sich hier wohl. Auch für Urlauber und Naherholungssuchende bietet das Biosphärengebiet Schwäbische Alb viel: begehbare und sogar mit dem Boot befahrbare Schauhöhlen, den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen mit seiner Oase der Ruhe, Albbüffel-Herden und Araberhengste des Gestüts Marbach. Darüber hinaus zählen die größte keltische Stadt Europas, der Heidengraben, zahlreiche Burgen, Schlösser und Ruinen sowie eine große Anzahl an Informationszentren und Freilichtmuseen mit zu den Gründen, weshalb ein Besuch im Biosphärengebiet lohnenswert ist.

Gäste, die bei ihrer Entdeckungstour durch das Biosphärengebiet hungrig geworden sind, dürfen sich auf albtypische Gerichte mit hochwertigen Zutaten aus der Region freuen. Doch nicht nur die Biosphärengastgeber überzeugen mit regionaler Küche auf höchstem Niveau. Hochprozentige und alkoholfreie Produkte aus den Streuobstwiesen, regionale Bierspezialitäten und Köstlichkeiten aus der Backstube vor Ort – allesamt Produkte aus den Händen der Biosphärengebiets-Partner – verwöhnen die Sinne genauso wie handgewobene oder gestrickte Kleidung aus heimischer Schafwolle.

Naturschutz

Das Biosphärengebiet hat Anteil an allen charakteristischen Landschafts- und Lebensraumtypen der Schwäbischen Alb – eines der größten Karst-Mittelgebirge Deutschlands. Das Albvorland ist geprägt durch weiträumige Streuobstwiesen. Die meist extensiv genutzten Obstbaumwiesen weisen eine hohe Artenvielfalt auf. Das große Höhlenangebot in alten Bäumen bietet zahlreiche Nistmöglichkeiten für Vögel und Rückzugsräume für Fledermäuse und Kleinsäuger. Der ca. 400 Höhenmeter aufragende Albtrauf ist mit zahlreichen Kalkfelsen durchsetzt, charakteristische Standorte der Xerotherm-Vegetation aber auch Lebensraum felsbrütender Vogelarten. Die Steilhänge sind mit charakteristischen Hang- und Schluchtwäldern bestanden. Auf der Albhochfläche sind die Wacholderheiden, Magerrasen und artenreichen Mähwiesen als besonders artenreiche Lebensräume zu nennen. Eine Besonderheit ist der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen, mit 6.700 ha der größte, von Straßen unzerschnittene offenlandgeprägte Raum in Baden-Württemberg. Mit seinen großflächigen Schafweiden und malerischen Weidbaumgruppen und Hutewäldern mutet das Gebiet an wie eine typische Landschaft des 19. Jahrhunderts.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Schwäbische Alb Tourismusverband
Marktplatz 1
72574 Bad Urach
Tel.: 07125 939300
info@schwaebischealb.de
www.schwaebischealb.de

Besucher- und Informationszentren

Biosphärenzentrum Schwäbische Alb
Von der Osten Str. 4, 6
72525 Münsingen
Tel.: 07381/ 932938-31
Biosphaerenzentrum@rpt.bwl.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort


Stille, etwas andere Einblicke  und viel Genuss
Um einen ersten Einblick in das Biosphärengebiet zu erhalten, lohnt sich ein Besuch im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb in Münsingen. Dort liegt Ihnen das Biosphärengebiet in Form eines riesigen Luftbildes zu Füßen und Sie lernen die Menschen aus der Region kennen. Im Anschluss empfiehlt sich ein Spaziergang zum ehemaligen Dorf Gruorn auf dem früheren Truppenübungsplatz in Münsingen, wo Sie an Wochenenden ein zünftiges Vesper bekommen. Wer mehr über die Militärgeschichte und das damalige Leben erfahren möchte, sollte unbedingt eine Führung durch das Alte Lager buchen. Alternativ lohnt eine Fahrt ins reizvolle Lautertal oder für Pferdefreunde der Besuch im Haupt- und Landgestüt in Marbach. Einen schönen Ausklang findet der Tag bei einem leckeren Alblamm-Braten mit Dinkelspätzle.

Eine Woche vor Ort

Montag:
Besuch des Biosphärenzentrums Schwäbische Alb, geführte Radtour über den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen, anschließend Einkehr beim Biosphärengastgeber.

Dienstag:
Besichtigung der Schertelshöhle in Westerheim, Spaziergang am ehemaligen Vulkanschlot Randecker Maar, Fahrt zum Naturschutzzentrum Schopflocher Alb.

Mittwoch:
Besuch des Klosters Zwiefalten mit Wanderung nach Wimsen wo es mit dem Boot in die Wimsener Höhle geht.

Donnerstag:
Albtraufwanderung auf den „Grafensteigen“ zum Uracher Wasserfall und entlang des Albtraufs, nachmittags Shoppingtour in der Outletcity Metzingen, abends entspannen in den AlbThermen.

Freitag:
„AlbhofTour“ mit dem Fahrrad von Hof zu Hof, Vis a vis mit den Albbüffeln, zünftiges Vesper mit Albkäse und leckeren Wurstwaren auf einem der Höfe.

Samstag:
Besichtigung des Freilichtmuseums Beuren, anschließend geführte Wanderung auf dem Gustav-Ströhmfeld-Weg zur Burg Hohenneuffen mit Panoramablick, Fahrt nach Neidlingen zur Kugelmühle.

Sonntag:
Vom Münsinger Bahnhof (Zentrum für Natur, Umwelt und Tourismus) Fahrt mit der Dampflok der Schwäbischen Alb-Bahn nach Gomadingen. Rückwanderung über das Haupt- und Landgestüt Marbach nach Münsingen.

Barrierefrei besuchen

Barrierefreie Freizeittipps für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb sind unter http://www.erfahrbar-rt.de/sites/default/files/Erfahrbar_2015_16.pdf zu finden oder können postalisch in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb angefordert werden.

Anreise

Mit Bahn und Bus:
von Stuttgart über Metzingen und Bad Urach nach Münsingen. Von Ulm über Schelklingen nach Münsingen. In Münsingen mit dem Bus ins Alte Lager.

Mit dem Auto:
über A 8 Merklingen bzw. Kirchheim/Teck nach Münsingen. Von Tübingen/Reutlingen über B 28 nach Münsingen.

 

Erlebnisangebote

Kontakt

Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Von der Osten Straße 4, 6 (Altes Lager)
72525 Münsingen