Biosphärenreservate in Deutschland

Ausgedehnte Wälder. Violett blühende Heide. Weidende Schafe, die „Pfleger“ der Heidelandschaft. Raschelndes Schilf, das Flügelschlagen von Schwänen, der Ruf der ziehenden Gänse. Unzählige Teiche, in denen Karpfen gezüchtet werden. Das Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ im Osten des Freistaates Sachsen ist Paradies für Vögel und das größte zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands.

Gründungsjahr: 1994
Geographische Lage: 60 Kilometer nordöstlich von Dresden in der Oberlausitz (Sachsen)
Größe: 301 km²
Landschaften: Äcker, Dünenwälder, Feucht- und Trockenheiden sowie über 350 Teiche, Fließgewässer, Flussauen, Frisch- und Nasswiesen, Moore, Röhrichte, Trockenrasen

Das Gebiet

Im „Land der Tausend Teiche“ fühlen sich Naturliebhaber, Radwanderer und Ruhesuchende besonders wohl. Wander- und Radwege führen durch die in ihrer Art einmalige Landschaft im UNESCO-Biosphärenreservat, wobei der 88 km lange Seeadlerradweg fast alle Facetten dieser Landschaft erschließt. Zu nennen sind vor allem die naturnahen Teiche, die eingebettet sind in Erlenbrüche, artenreiche Grünländer oder auch kleine Dünenzüge. Vielerorts sind die historischen Dorfanlagen in ihrer schlichten Schönheit mit ehemaligen Guts- und Herrenhäusern, kleinen Schlössern und Parks erhalten und erinnern an das Leben in früherer Zeit. Im idyllisch gelegenen Ort Wartha steht seit 2012 das Informationszentrum des Schutzgebietes – das Haus der Tausend Teiche. Der holzverkleidete Bau mit Tourist-Information und Bistro ist die zentrale Anlaufstelle für Gäste, die das Biosphärenreservat erkunden wollen. Eine multimediale Ausstellung im Haus informiert über die Karpfenzucht im Wechsel der Jahreszeiten. Im Mittelpunkt der Schau steht damit ihre Bedeutung für Mensch und Natur.

Naturschutz

Das Biosphärenreservat ist von einer unerwartet vielfältigen Landschaft charakterisiert, in der Teiche, Moore, Heiden und Dünen in einer beeindruckenden Kleinteiligkeit vorzufinden sind. In den ausgedehnten Kiefernwäldern finden nicht nur Seeadler und Wolf ihre ruhigen Ecken. So kommen auch 153 Pflanzenarten der Roten Liste Sachsens vor. Zu den 150 Brutvogelarten zählen Kranich, Wiedehopf und Rohrdommel. In vielen Dörfern zeigt man stolz auf sein Storchenpaar. Der Fischotterbestand zählt zu den stärksten Vorkommen in Deutschland. Bis heute hat sich auch die deutsch-sorbische Besiedlung erhalten. Zweisprachigkeit und viele lebendige Traditionen wie die Vogelhochzeit, das Osterreiten und das Hexenbrennen zeugen davon. In rund 60 Dörfern ist die wechselvolle Geschichte der Lausitz in vielen Details noch lebendig. Die Menschen der Region sind daran interessiert, ihr Brauchtum zu erhalten oder neu zu beleben. Dazu tragen die Naturmärkte im Biosphärenreservat mit ihren regionalen Produkten und die herbstlichen Fischerfeste anlässlich der Abfischung der Teiche bei.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Touristische Gebietsgemeinschaft Heide und Teiche im Bautzener Land e. V.
Gutsstraße 4c, 02699 Königswartha
Tel.: 035931/2122-0
info@oberlausitz-heide.de
www.oberlausitz-heide.de

Besucher- und Informationszentren

Haus der Tausend Teiche
Warthaer Dorfstr. 29
02694 Malschwitz OT Wartha
Tel.: 035932/36560
kontakt@haus-der-tausend-teiche.de;
www.haus-der-tausend-teiche.de

Ganzjährig geöffnet, Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr (montags und im Januar geschlossen)

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort


Zu Fischern und Seeadlern
Besuch des Infozentrums „Haus der Tausend Teiche“ in Wartha. Besichtigung der Ausstellung „Karpfenaufzucht im Wechsel der vier Jahreszeiten“ mit Riesenaquarium und Wassererlebnisgelände im Außenbereich. Mittagsimbiss mit regionaltypischen Speisen. Danach Wanderung auf dem Naturerlebnispfad „Guttauer Teiche und Olbasee“ (der Olbasee ist eine ehemalige geflutete Braunkohlengrube, die heute zum Camping und Baden einlädt), danach geht es ins Schulmuseum in Wartha, Abendessen im „Eisvogel“.

Alternativ startet morgens unsere Radtour auf dem Seeadlerrundweg. Die Tour führt über Weigersdorf nach Mücka und Kreba-Neudorf mit vielen Informationsstellen und Beobachtungstürmchen. Von dort weiter nach Klitten an den Bärwalder See (auch das ist ein ehemaliger Tagebau). Nach einer erholsamen Rast und einer Stärkung am Imbiss geht es über Uhyst, Mönau, Lieske, Neudorf/Spree und Halbendorf/Spree nach Lömischau. Hier Einkehr zum Abendessen in die Gaststätte „Gute Laune“ und dann zurück nach Wartha.

Eine Woche vor Ort

Montag:
Exkursion ins Wolfsgebiet bei Rietschen. Am Nachmittag Besichtigung der Schrotholzhaussiedlung im Erlichthof Rietschen, dort auch Besuch der Wolfsausstellung, Abendessen in der Erlichthofsiedlung.

Dienstag:
Haus der Tausend Teiche, Naturerlebnispfad „Guttauer Teiche und Olbasee“, Schulmuseum in Wartha. Mittags in der Gaststätte „Gute Laune“ Lömischau mit Fisch nach Lausitzer Rezepten. Danach Saurierpark Kleinwelka.

Mittwoch:
Stadtbesichtigung von Bautzen: Altstadt, Ortenburg, Alte Wasserkunst, Stadtmuseum.

Donnerstag:
Barockschloss Milkel mit Parkrundgang. Dann Besuch des Fischereihofes Kleinholscha, der Sächsischen Vogelschutzwarte und der Naturschutzstation, Besichtigung des Barockschlosses.

Freitag:
Besuch in Görlitz. Naturschutz-Tierpark, historische Altstadt, Parkanlagen und Landeskrone (Hausberg).

Samstag:
Besuch des Pücklerschlosses und des Muskauer Parks (UNESCO Weltkulturerbe). Anschließend Findlingspark Nochten

Sonntag:
Ins Oberlausitzer Bergland. Von den Höhen herrliche Sicht. Essen in gemütlicher Bergbaude (Bergbaude „Schöne Aussicht“ Sora).

Barrierefrei besuchen

  • Haus der Tausend Teiche (Besucherzentrum)
  • Naturerlebnispfad Guttauer Teiche
  • Olbasee

Anreise

Mit dem Auto:
A 4 Abfahrt Bautzen-Ost, B 156 Richtung Weißwasser, am Stausee Bautzen rechts Richtung Niesky (S 109), in Guttau links abbiegen nach Lömischau und Wartha

Kontakt

Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Warthaer Dorfstraße 29
02694 Malschwitz OT Wartha