Biosphärenreservate in Deutschland

Hügelig, üppig und waldig. Knorrige Fichten, mächtige Traubeneichen und Edelkastanien, ein „Mitbringsel“ der Römer. Das Buntsandsteingebirge im grenzüberschreitenden deutsch-französischen Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ist fast komplett von Wald bedeckt. Bizarre Sandsteinfelsen, die fast einhundert Burgen und die mediterran anmutenden Weinbergterrassen am östlichen Rand sind einzigartige Tüpfelchen im größten zusammenhängenden Waldgebiet Westeuropas.

Gründungsjahr: 1958
Geographische Lage: an der Grenze zu Frankreich, im Süden von Rheinland-Pfalz
Größe: 1790 km²
Landschaften: bewaldetes Mittelgebirge, Weinanbaugebiete

Das Gebiet

Die Natur kennt keine Grenzen und das gilt für das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ganz besonders. Wald, Wein und Buntsandstein, Lebensfreude, viel Sonne und Savoir Vivre – ganz im Herzen Europas.

Wer dieses größte zusammenhangende Waldgebiet Westeuropas von über 300.000 Hektar überfliegt, der sieht zuerst einmal nur Bäume. Doch beim näheren Hinsehen eröffnet sich dem genauen Betrachter die Vielfalt unter dem Blätterdach. In tief eingeschnittenen Bachtälern, auf bizarren Buntsandsteinfelsen, bunten Wiesen finden sich viele seltenen Tier- und Pflanzenarten. Wildkatze und Luchs, als „Charaktertiere“ der Region entziehen sich gerne als nachaktive Jäger den Blicken interessierter Wanderer. Sie sind gleichzeitig typische Bewohner unzerschnittener Lebensräume.

Mensch und Landschaft sind seit langer Zeit eng miteinander verzahnt. Gleichermaßen haben Forstwirtschaft, Erzgewinnung und Weinbau die Vergangenheit geprägt und formen noch heute diese einzigartige Kulturlandschaft. Von den Kelten zu den Römern, von mittelalterlichen Adelsherren zu neuzeitlichen Imperialisten – alle haben zwischen Rhein und Mosel Spuren hinterlassen, die heute noch zu sehen sind, wie z.B. eine Vielzahl von Burgen und Burgruinen zeigen. Die Römer z. B. brachten die Edelkastanien über die Alpen in die Region. Ihr Holz war notwendig für den Weinbau. Seither prägen üppige Edelkastanienwälder die Landschaft. Vor der Einführung der Kartoffel spielte die Kastanie eine wichtige Rolle als Grundnahrungsmittel – oft als „Brot des Waldes“ bezeichnet. Heute wird sie von Gourmets diesseits und jenseits der Grenze geschätzt. Das eigentliche Highlight der Holzwirtschaft ist jedoch die sprichwörtliche Pfälzer Werteiche – seit dem Mittelalter für ihre hohe Qualität weltweit bekannt.

Neben den hügeligen Waldflächen zeigt sich ein mediterraner Flair am östlichen Rand des Biosphärenreservats. Mit über 1800 Stunden im Jahr Sonne gedeihen hier neben der Edelkastanie, Mandeln, Feigen, Kiwis und Zitronen sowie verschiedenste Rebsorten. In den alten Dörfern und auf den reizvollen Hohlwegen durch die Weinbergsterrassen spürt man die Geschichte einer historisch gewachsenen Weinkultur bei jedem Schritt.

Wie nachhaltiges Wirtschaften konkret funktioniert, woher Qualitäts-Produkte aus dem Biosphärenreservat kommen und wie traditionelle und ökologische Verarbeitungsweisen aussehen – dies können die Besucher bei ausgewählten Partnerbetrieben erfahren – hier sind u. a. Bio-Winzer, Gastronomen, Landwirte, Imker, Ölmühle, Holzverarbeiter und Wildbretvermarkter zu nennen.

Bei der Liebe zur Natur, die die Pfalz und Frankreich verbindet, darf der Genuss nicht fehlen. Allen Besuchern sei deshalb empfohlen, auch den deutsch-französischen Bauernmarkt zu besuchen, der mehrmals im Jahr stattfindet. Was es dort zu kaufen gibt, wird auf jeden Fall umweltschonend und nachhaltig erzeugt.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Pfalz Touristik
Martin-Luther-Straße 69
67433 Neustadt/Weinstraße
Tel.: 06321 3916-0
info@pfalz-touristik.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort


Mediterranes Flair und viel Gutes zum Genießen
Am besten lässt sich das Biosphärenreservat von der Stadt Edenkoben aus entdecken (Anreise mit Auto oder Zug). Von hier schwebt man in der Sesselbahn vom Schloss Villa Ludwigshöhe hinauf zur Riethburg. Auf der Aussichtsterrasse kann man regionale Spezialitäten genießen und hat einen herrlichen Blick über die Landschaft der Weinstraße. Ein Wanderweg führt  anschließend zum Ludwigsturm mit weiter Aussicht über den Pfälzerwald. Von dort geht es weiter durch lichte Kastanien- und Kiefernwälder zum Schänzelturm und zum Forsthaus Heldenstein. Der Rückweg führt durchs romantische Edenkobener Tal vorbei an der Pfälzerwald-Vereinshütte wieder hinab nach Edenkoben (Gesamtstrecke 20 Kilometer, davon sind acht Kilometer Rückweg ab Heldenstein auch mit Wanderbus möglich).

Eine Woche vor Ort


Das Biosphärenhaus und eine Hand voll Burgen

Montag:
Besichtigung des Biosphärenhauses mit dem Baumwipfelpfad und vielen Naturerleb- nisstationen bei Fischbach/Dahn und der Burg Berwartstein bei Erlenbach*.

Dienstag:
Besichtigung der Burg Trifels, danach Wanderung* zum Rehbergturm und zur Burg Neukastell.

Mittwoch:
Besuch des Wild- und Wanderparks der Südlichen Weinstraße bei Silz.

Donnerstag:
Besichtigung der Pfalzgalerie in Kaiserslautern und Besuch des Hauses der Nach- haltigkeit in Johanniskreuz.

Freitag:
Besichtigung der Klosterruine Limburg* und des Pfalzmuseums für Naturkunde in Bad Dürkheim.

Samstag:
Besuch der Ausstellung im Hambacher Schloss und der Altstadt von Neustadt an der Weinstraße.

Sonntag:
Drei-Burgen-Tour* mit Besuch des Besucherbergwerks in Nothweiler.

* Führungen mit reizvollen Details zu Natur & Kultur bieten die zertifizierten Natur- und Landschaftsführer an (ganzjährig; Informationen unter www.pfaelzerwald.de)

Barrierefrei besuchen

Direkt beim Partnerbetrieb Landgasthof Forelle befindet sich der barrierefreie Naturerlebnispfad Eiswoog, der den See für Menschen mit Behinderung, egal ob ihrer körperlichen Bewegungsfreiheit eingeschränkt, blind oder sehbehindert, zugänglich macht. Rollstuhlfahrer können an speziellen Uferstegen und Holzplattformen den See mit allen Sinnen genießen. Ein besonderes Erlebnis bietet die Möglichkeit, eine Bootsfahrt auf dem See zu unternehmen. Eine ganze Reihe umwelt- und naturpädagogische Stationen machen den See, seine Uferbereiche und die Flora und Fauna des angrenzenden Waldes erlebbar. Die Stationen sind so ausgelegt, dass sie für Besucher mit und ohne Behinderung zugänglich sind. Parkflächen für behinderte Menschen und ein behindertengerechter Spielplatz ergänzen die Einrichtungen.

Anreise

Mit der Bahn:
Bahnhöfe in Neustadt/Weinstraße, Kaiserslautern, Pirmasens, Edenkoben, Landau.

Mit dem Auto:
A 6 bis Kaiserslautern oder A 65 bis Neustadt, Landau und Bad Bergzabern oder A 63 bis Pirmasens.

Kontakt

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen
Franz-Hartmann-Straße 9
67466 Lambrecht (Pfalz)