Biosphärenreservate in Deutschland

Grüne Wiesen, wilde Blütenpracht. Silberdistel, Kuhschelle, Arnika und Moorklee gedeihen auf Bergmähwiesen und Kalkmagerrasen. Das Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen gelegen, einst Land der Buchen genannt, heute „Land der offenen Fernen“ ist eine einzigartige Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands.

Gründungsjahr: 1991
Geographische Lage: Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen
Größe: 2433 km²
Landschaften: Hochmoore, Mittelgebirge mit markanten Kegeln und Kuppen, naturnahe Buchenwälder, weite Talauen, Wiesen und Weiden

Das Gebiet

Jedes Biosphärenreservat ist etwas Einzigartiges – erkennbar an seinen Landschaftsformen, der Tier- und Pflanzenwelt und dem wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss des Menschen. Das Biosphärenreservat Rhön ist dazu ein Schutzgebiet, das sich über die Grenzen von drei Bundesländern erstreckt: Bayern, Hessen und Thüringen. Gemeinsam bewahren die drei Bundesländer eine einzigartige Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands, die über Jahrhunderte durch Ackerbau, Mahd, Beweidung und Waldwirtschaft entstanden ist.

Des Schutzes bedürfen dabei besonders die rund 100 wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, die deutschlandweit gefährdet sind und in der Region einen Rückzugsraum gefunden haben. Um sich von der Vielfalt im Biosphärenreservat Rhön ein Bild zu machen, reichen vielleicht zwei Beispiele: Hier lassen sich fast 40 verschiedene Orchideenarten zählen und rund 3.000 Pilzarten bestimmen. Diese Vielfalt hat ihren Ursprung in abwechslungsreichen Landschaftsformen, zu denen Hochmoore, naturnahe Fließgewässer, Blocksteinhalden, Heckengebiete, extensiv genutzte Wiesen und Weiden sowie naturnahe Laubwälder gehören.

Das Biosphärenreservat Rhön bietet in allen seinen Teilen durch eine intensive Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben aus Landwirtschaft und Gastronomie gerade Spaziergängern, Wanderern, Natursportlern und anderen Erholungssuchenden ein Angebot, das mit allen Sinnen genossen werden kann. Eine „Kostprobe“ gefällig? Zarte Steaks vom Rhöner Weideochsen, Rhöner Apfelsaft und Obstbrände, Kümmelbrot, Rhön-Forellen, Koteletts vom Rhönschaf, Zwiebelploatz und Rhöner Spatzeklöß warten auf Genießer, die regionale Qualität bevorzugen. Dazu Biowein oder Ökobier aus dem Biosphärenreservat, wie‘s beliebt!

Naturschutz

Mit fast 7.500 ha Kernzonen, Flächen, in denen die Natur ohne menschliche Eingriffe sich selbst überlassen bleibt, verteilt auf den bayerischen, hessischen und thüringischen Teil, kann es das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön fast mit einem kleinen Nationalpark aufnehmen, mit dem Unterschied, dass sich die Gesamtfläche auf zahlreiche unterschiedliche große Einzelflächen verteilt. NATURA 2000-Flächen nehmen in den Länderteilen folgende Flächenanteile ein: 21% in Bayern, 26% in Thüringen und über 35% in Hessen. Zu den wichtigsten Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie zählen Bergmähwiesen, Borstgrasrasen, Kalk-Halbtrockenrasen, verschiedene Laubwaldtypen Moore und Blockhalden. Zumindest für die erstgenannten ist die Rhön bundesweit bedeutsam.

Auch hinsichtlich national und international schutzbedürftiger Arten hat das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön viel zu bieten. Es liegt im Verbreitungszentrum des Rotmilans. Mittelspecht, Wildkatze und Mops-Fledermaus kommen in guten Beständen vor. Der Schwarze Apollo fliegt regelmäßig an Waldrändern der Hochrhön. Von den nationalen Verantwortungsarten Arnika, Weicher Pippau und Breitblättriges Knabenkraut hat die Rhön reiche Bestände zu bieten.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Informationszentrum Haus der Schwarzen Berge
Rhönstraße 97
97772 Wildflecken-Oberbach
Tel.: 097499122-0
infozentrum@rhoen.de

Rhöntourismus und Service GmbH Landkreis Fulda
Wasserkuppe 1
36129 Gersfeld
Tel.: 06654/91834-0
tourismus@rhoen.de

Rhönforum e.V. Marktplatz 29
36419 Geisa
Tel.: 036967/594-82
info@thueringerrhoen.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort


Moore, viel Ausblick und gute Gastronomie
Der Tag beginnt mit einer Wanderung im Ulstertal am Parkplatz Birxgraben. Sie führt auf die Hochrhön hinauf und über ausgedehnte Rinderweiden geht es bergan zum Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Durch eine parkartige Landschaft zieht sich der Weg bis zum Parkplatz Schwarzes Moor. Auf dem Naturlehrpfad durch das Moor, einem Bohlensteg von zwei Kilometern Länge, lassen sich seltene Tier- und Pflanzenarten entdecken. Das Schwarze Moor ist das am besten erhaltene, wachsende Hochmoor der deutschen Mittelgebirge. Nach Voranmeldung bietet der Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V. Führungen an.

Anschließend gibt es in der Sennhütte Apfelbier, Lammbratwürstchen und andere regionale Spezialitäten. Zurück am Parkplatz Schwarzes Moor führt der Weg nach Norden zum
Grabenberg. Reste der ehemaligen DDR-Grenzanlagen weisen dort auf die Vergangenheit hin.

Das nächste Ziel ist das Dorf Frankenheim, die höchstgelegene Ortschaft der Rhön. Hinter diesem Bergdorf ziehen sich Wiesen und Weiden bis zum Ellenbogen hinauf. Von hier aus öffnet sich ein grandioser Blick in das Ulstertal. Zur Einkehr laden das Thüringer Rhönhäuschen oder das Hotel Eisenacher Haus, die beide eine gute, regionale Küche mit Rhöner Spezialitäten bieten. In südwestlicher Richtung verläuft der Weg entlang der Sophienstraße zurück zum Ausgangspunkt. Bei einem erfrischenden Glas Rhöner Öko- Bier und anderen Köstlichkeiten klingt die Wanderung in der Schaukelterei in Seiferts aus.

Wer dann noch nicht müde ist, kann von Anfang September bis Anfang Dezember die Arbeit in der Keltereinebenan beobachten oder auch selbst mithelfen. Es gibt in dieser Zeit auch viele Veranstaltungen zur Verwertung von Rhöner Streuobst.

Eine Woche vor Ort

Montag:
Besuch des Infozentrums „Haus der Langen Rhön“ in Oberelsbach. Anschließend Wanderung durch das Streuobstdorf Hausen – die Modellgemeinde des Biosphärenreservats. Wer entdeckt hier die meisten Obstsorten?

Dienstag:
Radtour über die Hochrhön oder Wanderung auf die mystische Milseburg (ehemalige keltische Siedlung). Anschließend Besuch im Museumsdorf Tann oder im Freilandmuseum Fladungen. Am Abend geht Landschaft durch den Magen – mit herzhaften Gerichten aus regionalen Produkten der Dachmarke Rhön.

Mittwoch:
Besichtigung der mittelalterlichen Kirchenburg in Ostheim mit Besuch des Orgelbaumuseums. Ausflugs-Alternativen: die Barockstadt Fulda, die weltberühmte Kurstadt Bad Kissingen oder  Meiningen mit einem Besuch des südthüringischen Staatstheaters.

Donnerstag:
Besuch des Infozentrums „Haus der Schwarzen Berge“ in Oberbach mit Regionalwarenladen, dann Wanderung auf den Kreuzberg. Dort Besichtigung der hauseigenen Brauerei – und ein Klosterbier trinken!

Freitag:
Wanderung  durch den Ibengarten und Besuch des Heimatmuseums Dermbach. Sehenswert sind das Informationszentrum
Propstei Zella und die Barockkirchen in Zella und Dermbach sowie verschiedene Wehrkirchen wie z. B. in Kaltensundheim. Anschließend Fahrt in das Kali-Erlebnisbergwerk Merkers mit Kristallgrotte.

Samstag:
Einkauf von Souvenirs sowie Essen und Trinken bei den Rhönhöfen in Kaltensundheim. Wanderung zur Erlebniswelt Rhönwald mit der „Arche Rhön“ auf dem Weidberg bei Kaltenwestheim. Von da aus geht es zur ehemaligen deutsch- deutschen Grenze mit Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha bei Geisa. Anschließend Besichtigung der Stiftskirche in Rasdorf. An fast jedem Wochenende finden in der Rhön Feste, Brauchtums- und Kulturveranstaltungen statt

Sonntag:
Freiheit schnuppern im „Land der offenen Fernen“: Auf der Wasserkuppe Segel- oder Rundflug über die Rhön. Anschließend Besuch des Segelflugmuseums und des Biosphären-Infozentrums im Groenhoff-Haus und der Radomkuppel. Zum Abschluss einer erlebnisreichen Woche entspannen sich Körper und Geist in einem der Wellnessbäder.

Barrierefrei besuchen

Barrierearmer Wanderweg am Roten Moor mit Nabu-Haus am Roten Moor.
Bohlenweg durch das Schwarze Moor mit Infostelle am Parkplatz Schwarzes Moor.

Anreise

Mit der Bahn:
ICE-Bahnhof Fulda, dort sind Mietwagen erhältlich oder weiter mit der Rhönbahn nach Gersfeld, über Erfurt (von Norden) oder Würzburg (von Süden) nach Meiningen, Hammelburg, Bad Kissingen, Bad Neustadt oder Mellrichstadt.

Mit dem Auto:
Hessische Rhön: A 7 Abfahrt Fulda-Mitte, nach Dipperz über B 458 oder Abfahrt Fulda-Süd, nach Gersfeld über B 27/B 279.
Bayerische Rhön: A 7 Abfahrt Hammelburg, Oberthulba und Bad Brückenau; alternativ A 71 Abfahrt Bad Kissingen, Bad Neustadt oder Mellrichstadt, dann in westlicher Richtung.
Thüringer Rhön: von Norden A 4 Abfahrt Eisenach-West, B 84 Richtung Bad Salzungen, B 285 Richtung Kaltennordheim. Von Osten A 71 Abfahrt Meiningen-Nord, dann in westlicher Richtung.

Erlebnisangebote

Kontakt

Biosphärenreservat Rhön
Bayerische Verwaltungsstelle - Oberwaldbehrunger Str. 4
97656 Oberelsbach
Tel.: 09 31-3 80-16 64 oder -16 65