Biosphärenreservate in Deutschland

Das Biosphärenreservat Spreewald erstreckt sich entlang des Mittellaufs der Spree. Ein 1.575 km umfassendes Fließsystem prägt die naturnahe, in Mitteleuropa einzigartige Auenlandschaft. Die kleinflächigen Wiesen und Felder, die Wälder, Wasserläufe und Seen des Spreewaldes bieten rund 5.000 Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Der Reiz der parkartigen Landschaft zieht Jahr für Jahr mehr als drei Millionen Menschen in den Spreewald.

Gründungsjahr: 1990
Geographische Lage: rund 100 Kilometer südöstlich von Berlin im Süden Brandenburgs
Größe: 475 km²
Landschaften: Auenwälder, Bruchwälder, Feuchtwiesen, Moore, Nasswiesen, Röhrichte, Sumpfe, Sumpfwälder

Das Gebiet

Ein Delta südlich von Berlin? Ja, es ist allerdings wesentlich besser als Spreewald bekannt, der vor rund 10.000 Jahren entstand, als die Spree sich in ein fein gegliedertes Netz von Fliesen teilte. Ruhig ziehen heute die Spreewaldkähne ihre Bahnen, die Libellen gaukeln über dem Wasser und mit etwas Glück lässt sich eine Ringelnatter beim Schwimmen beobachten. Durch das dichte Blätterdach funkelt die Sonne – der Spreewald scheint oft wie ein Zauberwald. Hier leben noch Arten, die andernorts bedroht oder bereits ausgestorben sind. So brüten Weißstörche mit insgesamt über 100 Paaren in vielen Ortschaften. Schwarzstorch, Kranich, Seeadler und Fischadler bevorzugen die ruhigen und feuchten Wälder. Sie finden ihre Nahrung in den fischreichen Gewässern und auf feuchten Wiesen. Und: Der Spreewald ist auch ein Lebensraum für Schmetterlinge. In den weiten Erlenbrüchen und Auenwäldern lassen sich – kaum zu glauben – 937 Schmetterlingsarten bestimmen. Viele von ihnen gibt es in Deutschland nur hier, wie Schönbär oder Abendpfauenauge.

Gleichzeitig sind Traditionen, Lebens- und Arbeitsweisen noch heute eng mit der Landschaft verbunden, ein wichtiges Merkmal eines jeden Biosphärenreservats. Der Spreewald war seit Jahrhunderten von der Landwirtschaft geprägt, doch die kleinen Hofstellen sind unter heutigen Bedingungen unrentabel. Das Biosphärenreservat hat deswegen die Gründung einer Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald initiiert. Sie fordert die nachhaltige Entwicklung und Bewahrung der von Menschen geschaffenen Kultur- und Naturlandschaft des Spreewaldes indem sie Landwirte aktiv bei Landschaftspflegemaßnahmen oder dem Anbau traditioneller Kulturpflanzen wie dem Spreewälder Meerrettich unterstutzt. Darüber hinaus ist der Spreewald das Biosphärenreservat des ökologischen Landbaus – 70 % der Acker und Wiesen werden nach den Bio-Richtlinien bewirtschaftet und so vor allem gesunde Milch und Rindfleisch produziert. Den Besuchern bietet der Spreewald mit seinen traditionellen Kähnen, aber auch per Kanu oder Fahrrad vielfältige Möglichkeiten, das Biosphärenreservat zu entdecken.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Tourismusverband Spreewald
Lindenstraße 1
OT Raddusch
03226 Vetschau/Spreewald
Tel.: 035433 722 99
Fax: 72228
tourismus@spreewald.de
www.spreewald.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort


Obstbäume und ein Mittagessen mit Leinöl
Vielfältige Spreewaldimpressionen bietet die Streusiedlung Burg im Oberspreewald. Diesseits der Alpen findet man keine andere derartige Ansammlung von Blockhäusern. Hier kann man das Typische des Spreewalds in wenigen Stunden erleben. Von besonderem Reiz ist dies im Frühling, wenn Obstbäume und Sumpfdotterblumen blühen. Vom Kahnhafen Waldschlösschen startet der Ausflug zu Wasser. Wie eine venezianische Gondel wird der Spreewaldkahn vom Fahrmann gestakt.

Nach gut zwei Stunden ist die Kannomühle erreicht. Ein Fußweg führt zurück in den Ortskern von Burg. Nach dem Mittagessen mit Quark und Leinöl wird das Informationszentrum Schlossberghof des Biosphärenreservates mit dem traditionellen Kräutergarten besucht.

Eine Woche vor Ort


Einladung zum Spreewaldgurken-Test
Montag:
Auftakt mit Kahnfahrt ab Burg. Zurück an Land wird der Ort per Rad erkundet.

Dienstag:
Besuch im „Haus für Mensch und Natur“ in Lübbenau. Dann naturkundliche Fahrradtour in den inneren Oberspreewald mit den Spreewald-Rangern. Abschließend Bummel in der historischen Altstadt.

Mittwoch:
Spreewaldgurken-Test in der Konservenfabrik Rabe in Boblitz. Per Rad oder zu Fuß über Raddusch nach Leipe. Mittags Fisch in Spreewaldsoße. Später im Freilandmuseum Lehde dem Leben der Sorben/Wenden nachspüren.

Donnerstag:
Zunächst in der Alten Mühle Schlepzig „Unter Wasser unterwegs“ sein. Anschließend mit Paddelbooten die Fließe des Unterspreewaldes entdecken. Baden im Köthener See.

Freitag:
Radeln rings um Straupitz. In die Holländermühle schauen!

Samstag:
Mit der Naturwacht auf dem Beobachtungsturm am Polder Kockrowsberg nach seltenen Wasservögeln Ausschau halten. Regionalmuseum in Lübben besuchen.

Anreise

Mit der Bahn:
von Berlin oder Cottbus bis Lübben, Lübbenau, Raddusch oder Vetschau.

Mit dem Auto:
A 13 bis Freiwalde, Lübbenau oder Vetschau.

Erlebnisangebote

Natur-Erlebnis-Uhr Burg

Die Natur-Erlebnis-Uhr ist ein barrierefreies Angebot im Design für alle. Denn geeignet ist sie für jedermann, speziell für Blinde und Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer, aber auch für Mehrfachbehinderte, Familen und Gruppen jedes Alters.

Natur-Erlebnispfad Hupatz

Der Natur-Erlebnispfad Hupatz ist ein teilbarrierefreies Angebot am Polenzweg in der Streusiedlung Burg. Namensgeber und Leitfigur des Pfades ist der „Hupatz“, wie der Wiedehopf im Spreewald genannt wird.

Kontakt

Biosphärenreservat Spreewald
Schulstr. 9
03222 Lübbenau