Biosphärenreservate in Deutschland

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen bietet auf kleinstem Raum alle Landschafts- und Küstenformen des mecklenburg-vorpommerschen Küstenraumes. Land und Meer sind tief ineinander verzahnt. Halbinseln und Küstenvorsprünge werden einerseits durch schmale Landstreifen miteinander verbunden, andererseits durch Bodden und Wieken voneinander getrennt. Neben der einzigartigen Naturausstattung ist das Gebiet auch durch seine kulturelle Vielfalt und weit zurückreichende Siedlungsgeschichte einzigartig.

Gründungsjahr: 1990
Geographische Lage: Südostteil der Ostseeinsel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern
Größe: 228 km²
Landschaften: Äcker, Bodden, Buchenwälder, Küstenlandschafte, Salzweiden, Sandstrände, Steilküsten, Trockenrasen, Weiden

Das Gebiet

Südost-Rügen fasziniert durch ein so schönes wie abwechslungsreiches Wechselspiel von Land und Meer, von Halbinseln, Landzungen und Küstenvorsprüngen, von Wald und waldfreien Bergkuppen und den Feldern der Landwirte. Auf kleinstem Raum – viele Biosphärenreservate sind größer – findet sich eine ungewöhnliche Vielfalt an Standorten und Biotoptypen, wie zum Beispiel Kliffs, Strandwälle, Dünen und fast alle in Norddeutschland bekannten Moortypen oder mehrere Jahrhunderte alte Walder. Der Mensch hat hier in den vergangenen fünf Jahrtausenden seine Spuren hinterlassen. Durch ihn entstanden Hudewälder, Heiden, Trockenrasen sowie Salz- und Feuchtwiesen mit ihrer großen Artenvielfalt.

Seit einigen Jahren kann man mit etwas Glück wieder seltene „Gäste“ an den Küsten und in den Bodden- und Ostseegewässern des Biosphärenreservats Südost-Rügen beobachten – Kegelrobben und Seehunde sind in dieses Gebiet zurückgekehrt. Internationale Schutzmaßnahmen und die Verringerung der Meeresverschmutzung haben diese erfreuliche Entwicklung der Robbenbestande im gesamten Ostseeraum ermöglicht.

Zum vertraglichen Wirtschaften an der Küste gehört die kleine Küstenfischerei – eine der ökologisch weniger bedenklichen Fischfangmethoden. Mit passivem Fanggerat wie Stellnetzen, Reusen oder Langleinen werden Hering, Dorsch, Hornhecht, Flunder & Co. aus den Küstengewässern vor Rügen gezogen. Im Wasser verweisen rote Fähnchen auf Stellnetze, schwarze Fähnchen zeigen Aalkorbe oder Langleinen an.

Rügen-Produkte werden in Hofläden und auf Märkten verkauft. Unter dem Gütesiegel des Rügen Produkte Vereins e. V. werden Erzeugnisse und Leistungen angeboten, die unter strenger Beachtung der Gebote des nachhaltigen Wirtschaftens erzeugt und veredelt werden. Es lohnt sich, die Augen aufzuhalten.

Naturschutz

  • Schutz, Pflege und Entwicklung der in Mitteleuropa einzigartigen Kulturlandschaft
  • Schutz der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes
  • Erhaltung der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter und der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes durch die Entwicklung von praktischen Modellen ökologischer Landnutzung in Landwirtschaft, Waldwirtschaft, Fischerei, Erholungs- und Verkehrswesen unter Berücksichtigung landschaftstypischer historischer Siedlungs- und Landnutzungsformen
  • Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Landschaft mit dem Ziel der Erarbeitung von Konzepten nachhaltiger Nutzung der Biosphäre
  • Nutzung der besonderen Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Gebietes für die Entwicklung eines breiten Umweltbewusstseins durch Öffentlichkeitsarbeit und Angebote im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Tourismuszentrale Rügen GmbH
Heinrich-Heine-Str. 7
18609 Ostseebad Binz
Tel.: (0 38 38) 80 77 0
info@ruegen.de

Besucher- und Informationszentren

Infozentrum und Ausstellung „Granitzhaus“
Am Jagdschloss Granitz 1
18609 Binz

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort


Zisterzienser, Großer Zicker und Segelboote
Frühstuck in Sellin. Danach Radtour nach Mönchgut. Der Weg führt über die Baaber Heide nach Middelhagen. Kirche und Gutspark erinnern an die Zisterziensermönche. Auf dem Deich geht es nach Lobbe. Hier sollte man sich zum Mittagessen für ein Fischgericht aus heimischen Gewässern entscheiden. Weiter nach Groß Zicker. Besuch des Pfarrwitwenhauses. Danach Wanderung in die Zicker Berge. Am Bakenberg genießt man den fantastischen Rundblick über Bodden und Ostsee, die Farben der Trockenrasen und die singenden Feldlerchen. Entlang der Boddenküste geht es über Klein Hagen und Alt Reddevitz zurück. Man durchquert die Baaber Wiesen und verweilt am Baaber Bollwerk mit seinen bunten Segelbooten und der Ruderfahre nach Moritzdorf.

Eine Woche vor Ort


Rasender Roland und Caspar David Friedrich
Samstag:
Gemütliche Ferienwohnung in Göhren. Spaziergang durch den Ort: Bäderarchitektur, Mönchguter Museen.

Sonntag:
Strandleben und Bummel über die Seebrücke.

Montag:
Mit dem „Rasenden Roland“, einer dampfgetriebenen Schmalspurbahn, zum Jagdschloss Granitz und in das „Granitzhaus“ am Fuße des Jagdschlosses. Traumhafter Rundblick vom Turm. Danach Besuch der Ausstellung im „Granitzhaus“ am Fuße des Jagdschlosses und anschließende Wanderung durch die Granitz bis Sellin und am Strand weiter nach Göhren. Zum Abendessen frischer Fisch.

Dienstag:
Mit dem „Rasenden Roland“ nach Putbus. Abends ins Putbusser Theater.

Mittwoch:
Mit MS „Julchen“ auf die Insel Vilm. Geführte Wanderung durch das Naturschutzgebiet mit seinem beeindruckenden Urwald. Bitte beachten: Voranmeldung notwendig unter Telefon 038301 61896.

Donnerstag:
Ausflug zum Nationalpark Jasmund. Wanderung an der Kreideküste auf den Spuren von Caspar David Friedrich.

Freitag:
Sonnenaufgang auf dem Bakenberg mit herrlichem Fernblick. Dann Koffer packen. Aber Rügen macht süchtig: Wir kommen wieder.

Anreise

Mit Bahn und Bus:
über Stralsund und Bergen nach Putbus, von dort mit dem „Rasenden Roland“ bis Göhren oder Binz. Von Bergen auch mit dem Bus (Linien 20 und 24) bis Klein Zicker oder Putbus (Linien 30 und 31).

Mit dem Auto:
von Stralsund bis Bergen und über B 196 bis Mönchgut. Oder ab Altefähr über die „Baderstrase“ nach Putbus und Mönchgut.

Erlebnisangebote

Kontakt

Biosphärenreservat Südost-Rügen
Circus 1
18581 Putbus