Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Mecklenburg-Vorpommern

Ein Urstromtal in seiner ganzen Breite

Hier im Naturschutzgebiet „Elbtaldünen bei Klein Schmölen“ bzw. im Naturschutzgebiet „Löcknitztal-Altlauf“ an der Grenze zu Brandenburg, ist die Verzahnung von trockenen und feuchten Lebensräumen besonders ausgeprägt und die Artenvielfalt entsprechend hoch. Typische Pflanzen der Sandtrockenrasen sind Silbergras, Blauschillergras, Strandhafer, Mauerpfefferarten, Heide- und Karthäusernelke sowie Sand-Thymian.

Die Elbe und ihre Nebenflüsse, aber auch die teilweise vegetationslosen Binnendünen, prägen eine weite, vielgestaltige Flussauenlandschaft im Südwesten Mecklenburgs. Mit 45 m üNN und ca. 28 m über der Talaue, ist die gut 600 m breite und ca. 2 km lange Binnendüne nahe Dömitz übrigens die größte im UNESCO Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.

Naturnahe Flusslandschaften können nur im Verbund erhalten werden. Deshalb haben sich die fünf Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammengetan, um auf über 400 Flusskilometern das Elbetal mit seinen weiten Auen wirkungsvoll zu schützen. Ende 1997 wurde das gut 3.428 km² große länderübergreifende Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ von der UNESCO anerkannt und ist damit das größte im Binnenland gelegene Biosphärenreservat in Deutschland. Es repräsentiert eine der letzten relativ naturnahen Stromlandschaften Mitteleuropas, in der ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Natur- und Kulturlandschaft bewahrt geblieben ist.

Das mecklenburgische Gebiet des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe (11,6 %) erstreckt sich auf einer Länge von ca. 65 km zwischen den kleinen Hafenstädten Boizenburg und Dömitz entlang der niedersächsischen Grenze. Das Gebiet wurde im Mai 1990 als Naturschutzpark und später 1998 als Naturpark Mecklenburgisches Elbetal gesichert. Seit 1.Februar 2015 ist es als Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern landesrechtlich anerkannt.

Der Biber ist eine Charakterart der Stromtalauen. Er lebt hier vor allem im Bereich der Weichholzaue und nutzt die Flüsse und ihre Nebengewässer als Wanderkorridore. Mittlerweile findet man an vielen Stellen der Flusslandschaft Elbe die Spuren der nächtlichen Nager. Eine Beobachtung am Tage ist jedoch immer noch mit etwas Glück verbunden.

Daten & Fakten

Gründungsjahr: Gründungsjahr: 2015 (zuvor ab 1998 Schutz als Naturpark nach Landesrecht)

Größe: 46.100 ha

Geographische Lage: rechtselbisch zwischen Lauenburg und Dömitz, ca. 50 km südöstlich von Hamburg

Landschaften: Elbe-Urstromtal mit weiten Flussauen und Nebenflüssen, Grünland, Elbuferhänge und Binnendünen

Vom Elbberg im Boizenburger Ortsteil Vier hat man einen der schönsten Elb-Panoramen über die geschützte mecklenburgische und niedersächsische Auenlandschaft. Der Aussichtsturm „Elwkieker“ befindet sich unmittelbar neben der Außenstelle des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe. Viele Führungen mit Schulklassen oder Reisegruppen, die von den Rangern betreut werden, starten von hier aus.