Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer

Meeresgrund trifft Horizont

Erfolgsgeschichte im Wattenmeer: Seit 1995 besiedelt der Löffler das niedersächsische Wattenmeer. Seine Brutplätze liegen in der Kernzone des Biosphärenreservates, seine Nahrung sucht er an den Hochwasserrastplätzen und in den extensiv genutzten küstennahen Feuchtgebieten. © Dr Jochen Dierschke

Entlang der Nordseeküste bis zu einer Linie seewärts der ostfriesischen Inseln erstreckt sich die weite flache Landschaft des Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer. Die Dynamik der Gezeiten schafft vielfältigste Lebensräume: Sand- und Schlickwatten, Stranddünen, Salzwiesen und wasserführende Rinnen sind Brut-, Rast- und Nahrungsraum tausender Vögel, Kinderstube unserer Nordseefische und Lebensraum vieler Seehunde. Das Wattenmeer ist weltweit einzigartiges Biotop und eine unserer letzten großräumigen Naturlandschaften.

Aber auch der Mensch hat die Wattenmeerküste über Jahrhunderte geprägt. Die Siedlungsgeschichte zeigt viele Züge der Anpassung an die Natur dieses Landes. Unzählige Wurten, ausgedehnte Landgewinnungen und eine Vielzahl wasserbautechnischer Systeme sind die kulturellen Zeugnisse der Region und ein wesentlicher Teil der Identität ihrer Bewohner.

Aktuell gilt es, nachhaltiges Wirtschaften „hinterm Deich“ weiterzuentwickeln und die Entwicklungszone des Biosphärenreservats im Binnenland zu schaffen. Das einzigartige Natur- und Kulturerbe der Wattenmeerregion bildet die wertvolle Grundlage, die mit einer tragfähigen wirtschaftlichen Entwicklung verknüpft werden kann.

 

Trippelwalzende Deichpfleger“: Schafherden beweiden die kilometerlangen Deiche, die das niedrig gelegene Marschenland vor Überflutungen schützen. Ihr trippelnder Tritt und intensives Grasen sorgen für die Festigkeit der Deichkörper und Grasnarbe. © Birgit Fasting

Daten & Fakten

Gründungsjahr: 1993

Größe: 240.000 ha + Entwicklungszone binnendeichs

Geographische Lage: Nordseeküste Niedersachsen zwischen Ems und Elbe, einschließlich vorgelagerte Inseln

Landschaften: Sand- und Schlickwatten, Priele, Inseln mit Dünen, Strand und Salzwiesen, Moore, Heideflächen, Küstengewässer, Feuchtgebiete, Weidegrünland und Deiche