Biosphärenreservat Rhön

Land der offenen Fernen

Die Rhön – drei Länder und drei Landschaften. Ein deutsches Mittelgebirge mit allem was dazugehört und doch in vielem anders. Umrissen von den Flüssen Fulda, Werra, Fränkische Saale und Sinn liegt der Gebirgszug zugleich in Bayern, Hessen und Thüringen. Eine sehr gemischtgeologische Zusammensetzung ließ in der Rhön drei unterschiedliche Landschaftstypen entstehen: das Rhönvorland, die Kuppenrhön und die Hohe Rhön. Und der Mensch machte aus „Buchonia“, dem Land der Buchen, wie die Rhön einst genannt wurde, das „Land der offenen Fernen“, indem er die dichten Laubwälder großflächig rodete und Weideflächen anlegte.

Die Rhön ist wegen ihrer reich strukturierten Wald- und Grünlandstandorte, sowie den weitgehend waldfreien Hochlagen, eine der attraktivsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands, gelegen im Dreiländereck zwischen Bayern, Hessen und Thüringen.

Durch die Abgeschiedenheit an der innerdeutschen Grenze und die starke Heimatverbundenheit der Bevölkerung ist ein bemerkenswerter Naturraum mit einer weitgehend intakten Kulturlandschaft erhalten geblieben. Die herausragende Qualität der Kulturlandschaft war der Grund für die internationale Anerkennung der Rhön als Biosphärenreservat der UNESCO 1991.

Daten & Fakten

Gründungsjahr: 1991 – Anerkennung durch die UNESCO

Größe: 2.433 Quadratkilometer

Geographische Lage: Dreiländereck Bayern, Hessen, Thüringen

  • Beteiligte Bundesländer: 3 (Bayern, Hessen und Thüringen)
  • Beteiligte Landkreise: 6 (Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen)
  • Anzahl der Einwohner: rd. 162.000

Landschaften: Mittelgebirge mit markanten Kegeln und Kuppen, weiten Talauen, Hochmooren, Wiesen und Weiden, naturnahen Wäldern

Das mittelgroße, schlicht wollige Rhönschaf ist leicht daran zu erkennen, dass Kopf und Beine unterschiedlich gefärbt sind: der hornlose, bis hinter die Ohren unbewollte Kopf ist braun oder schwarz, die Beine und die Wolle sind weiß. Dies unterscheidet das Rhönschaf von allen anderen schwarzköpfigen Schafrassen. Das Rhönschaf ist widerstandsfähig gegen klimatische Einflüsse und hat einen geringen Futteranspruch bei bester Futterverwertung. Es verfügt ebenso über eine hervorragende Marsch- und Weidefähigkeit. Sein Fleisch hat einen wildähnlichen Geschmack. Das Zuchtzentrum liegt in der hessischen und bayerischen Rhön und deren Umgebung. Das Herdbuch besteht seit 1933. Seit Anfang der 80er Jahre erholen sich die Bestände dieser gefährdeten Landschafrasse wieder langsam.