Hunsrück-Hochwald

Natürlich, mit Geschichte!

Faszination Moor im Nationalpark Hunsrück-Hochwald – der Riedbruch mit leuchtenden Moosen – Foto: Konrad Funk/NLP Hunsrück-Hochwald

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt im west- lichen Hunsrück. Er ist ca. 10.200 Hektar groß und er- streckt sich als zusammenhängendes Gebiet über die Hochlagen des Hunsrücks. Die Länder Saarland und Rheinland-Pfalz haben ihn gemeinsam im Frühjahr 2015 gegründet. Der höchste deutsche Berg westlich des Rheins, der Erbeskopf ist mit 816 Metern üNN zugleich auch der höchste Punkt im Nationalpark. Es ist ein sied- lungsarmes Gebiet in kühl feuchten Hochlagen. Die von Natur aus dort vorkommenden Buchenwälder machen gut die Hälfte der Waldfläche aus. Die armen von Quar- ziten geprägten Böden wechseln sich mit Felsforma- tionen und Blockschutthalden und je nach Relief auch sehr kleinräumig mit Mooren, den so genannten Hang- brüchern, ab. Diese Sonderstandorte machen insgesamt ca. 20% der Nationalparkfläche aus und finden sich in dieser Ausprägung in kaum einem anderen Wald- gebiet. Wald und Wasser sind entscheidende Faktoren. Der Nationalpark ist eine Wasserscheide in drei Richtungen: Nach Norden zur Mosel, nach Süden zur Nahe und nach Westen hin zur Saar. Der Übergang von den Hochlagen in die warm trockenen bekannten Weinbau-Lagen der Mosel und auch der Nahe vollzieht sich auf sehr kurzer Distanz.

Einen der schönsten Aussichtspunkte in und über den Nationalpark bietet das Vorkastell auf 620 m Höhe. – Foto: Konrad Funk/NLP Hunsrück-Hochwald

Das Gebiet war immer schon ein Rückzugsraum für die Natur. Es ist eine der wenigen vom Bundesamt für Natur- schutz beschriebenen Hot-Spot-Regionen der biolo- gischen Vielfalt in Deutschland. Gleichzeitig ist es ge- prägt von kulturhistorischen Highlights: Viele keltisch/ römische Befestigungsanlagen finden sich in der Natio- nalparkregion und laden zu einem Ausflug in die Ver- gangenheit ein. Von der Wildenburg, der höchstgele- genen mittelalterlichen Burg des Hunsrücks und der direkt angrenzenden keltischen Besiedlungsanlage bis zum Ringwall bei Otzenhausen lässt sich noch heute erahnen, wie spannungsgeladen die Zeiten waren. Auch die Wurzeln der Eisenindustrie im Saarland wurden hier gelegt. Die ersten professionellen Hütten- und Hammer- werke lagen im Hochwald. Berühmte „Stahl-Dynastien“ wurden hier gegründet. Noch heute findet man in den Wäldern etliche alte Meilerplätze.

Es ist die Vielfalt, die das Gebiet so spannend macht. Der Wechsel zwischen der Natur mit großen zusam- menhängenden Wäldern, der Kultur mit bspw. den Weinbauregionen, der Kultur mit ihren vielen his- torischen Stätten aber auch der weltberühmten Edelsteinregion um Idar-Oberstein. Bekannte Destina- tionen wie die Mosel oder das Naheland grenzen unmittelbar an. Welterbe-Stätten wie Trier und Völk- lingen sind nur eine dreiviertel Stunde entfernt.

Der Keltenring bei Otzenhausen war im 1. Jh. v. Chr. eine stadtartige Siedlung des Stammes der Treverer. – Foto: Konrad Funk/NLP Hunsrück-Hochwald

Daten & Fakten

Gründungsjahr: 2015

Größe: 10.200 Hektar

Geographische Lage: Westlicher Hunsrück im Grenzbereich Saarland/Rheinland-Pfalz.

Landschaft: Mittelgebirgs-Kammlagen mit großen zusammenhängenden Waldgebieten. Aktuelles Verhältnis Laub- / Nadelwald ca. 55/45. Knapp ein Viertel der Wälder ist älter als 120 Jahre. In den Randbereichen schließt sich eine recht klein strukturierte und durch Grünland geprägte Kulturlandschaft an, die in Richtung der großen Flusstäler in zum Teil durch ehemalige Niederwaldwirtschaft geprägte Areale und Weinbaulagen übergeht.

Der Nationalpark ist eingebettet in den Naturpark Saar-Hunsrück und bildet mit diesem ein funktionales Schutzgebietssystem.