Nationalparks in Deutschland

„Natur Natur sein lassen“ lautet die Philosophie. Und in der Tat, nirgendwo zwischen Atlantik und Ural dürfen sich die Wälder mit ihren Mooren, Bergbächen und Seen auf so großer Fläche nach ihren ureigenen Gesetzen zu einer einmaligen wilden Waldlandschaft, einer grenzenlosen Waldwildnis, entwickeln wie hier im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald.

Gründungsjahr: 1970
Geographische Lage: bayerisch-tschechische Grenze, westlich des Böhmerwaldes, zentraler Teil des Bayerischen Waldes, zwischen Bayerisch Eisenstein und Mauth
Größe: 243 km²
Landschaften: Aufichtenwälder, Bergmischwälder, Gebirge, Hochweiden, Moore

Das Gebiet

Über 350 Kilometer hervorragend markierte Wanderwege, rund 200 Kilometer Radwege und etwa 80 Kilometer Langlauf-Loipen führen Besucher naturschonend zu den Höhepunkten im Nationalpark. Erlebniswege zeigen die unbeeinflusste Waldentwicklung der drei Lebensräume Bergfichten-, Bergmisch- und Aufichtenwald, aber auch die Einzigartigkeit von Hochmooren, ehemaligen Hochweiden und hunderte Jahre alter Urwaldrelikte mit Fichten, Tannen und Buchen riesigen Ausmaßes.

Hinsichtlich Struktur, Tier- und Pflanzenwelt stellt der Bayerwald eine einmalige Landschaft dar, die sich deutlich von Wirtschaftswäldern abhebt.  Dazu gehört auch, dass im Nationalpark natürliche Prozesse des Werdens und Vergehens im Waldökosystem zugelassen werden und daher auch tote oder durch Windwurf gestürzte Bäume im natürlichen Umfeld verbleiben.

Besonders intensiv erlebt man das Schutzgebiet von den Gipfeln der bekannten Berge aus. Schon allein wegen der famosen Aussichten lohnt ein Ausflug zum Falkenstein, Rachel oder Lusen.

Naturschutz

Über 66 Prozent der Nationalparkfläche gehören bereits zur Kernzone, somit findet  dort keinerlei menschlicher Eingriff mehr statt. Bis 2027 wird dieser Anteil auf 75 Prozent der Fläche erhöht. Auch dadurch gibt es die optimalen Voraussetzungen für den doppelten Natura-2000-Status. So fällt der Nationalpark Bayerischer Wald sowohl unter den Schutz der Vogelschutzrichtlinie als auch unten den der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Für besonders seltene oder ausgestorbene Arten werten Artenhilfsmaßnahmen oder Wiedereinbürgerungsprogramme durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Flachbärlappe, Habichtskauz oder seltene Baumarten wie die Eibe.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Hans-Eisenmann-Haus
Böhmstraße 35
94556 Neuschönau
Tel. 08558 9615-0
Fax: 08558 9615-22

Besucher- und Informationszentren

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Freyunger Straße 2
94481 Grafenau
Tel.: 08552 9600-0
Fax: 08552 9600-100
poststelle@npv-bw.bayern.de
www.nationalpark-bayerischer-wald.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Gäste, die zum ersten Mal im Nationalpark sind, sollten am Vormittag zunächst das Nationalparkzentrum Lusen mit dem Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau oder das Nationalparkzentrum Falkenstein mit dem Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal besuchen. Beide Einrichtungen bieten bei freiem Eintritt individuelle Beratung, medial aufbereitete Ausstellungen und spannende Erlebnisräume für Kinder. Umgeben sind die Nationalparkzentren von weitläufigen Tier-Freigeländen mit den typischen Tierarten des Bergwaldes, darunter auch die ausgerotteten Braunbären, Wildpferde und Auerochsen. Dort kann ein erster Einblick in die Tierwelt der Region gewonnen werden.

Danach bleibt noch Zeit für einen kleinen Spaziergang im Gelände. Rund um die Besuchereinrichtungen gibt es viele Einstiege in gut beschilderte Wanderwege. Fast überall springt einem dabei die unglaubliche Artenvielfalt, von Pilzen über Flechten, Bäumen oder Insekten, ins Auge. Schließlich entstehen hier wieder urwaldähnliche Strukturen.

Eine Woche vor Ort

Montag:
Überblick verschaffen! Auf dem 1373 Meter hohen Lusen mit seinem Gipfel aus abertausenden Granitblöcken genießt man die Nationalpark-Rundumsicht.

Dienstag:
Im Nationalparkzentrum Lusen gibt’s Museum, Pflanzen- sowie Gesteins-Gelände und den Baumwipfelpfad. Später über den Rundweg durchs Tier-Freigelände.

Mittwoch:
Es geht ins grenzüberschreitende Wandergebiet „Wege durch Natur und Zeit“. Vor allem der Abstecher zur Moldauquelle lohnt sich.

Donnerstag:
Im Nationalparkzentrum Falkenstein warten Haus zur Wildnis, Tier-Freigelände und Steinzeithöhle auf Erkundung. Nachmittags steht der Urwalderlebnisweg Hans-Watzlik-Hain bei Zwieslerwaldhaus auf dem Programm.

Freitag:
Mit dem Igelbus zur Racheldiensthütte, dem Ausgangspunkt für die Tour zum größten Berg im Nationalpark. Der Große Rachel ragt 1453 Meter in die Höhe.

Samstag:
Ein Tag nur für die Kinder! Der Besuch im Waldspielgelände in Spiegelau mit seinem einmaligen Naturerlebnispfad lädt dazu ein, spielend die Natur zu begreifen.

Barrierefrei besuchen

Insbesondere die Nationalparkzentren sowie unser Waldgeschichtliches Museum lassen sich mit allen Sinnen, in jedem Alter und zu jeder Jahreszeit erleben. Stolperfreie Wege mit geringem Gefälle erleichtern auch Menschen mit Behinderung, Älteren und Familien mit Kinderwagen den Besuch nahegelegener Naturschönheiten. Auskünfte über barrierefreie Angebote gibt es im Servicegebäude am Parkplatz in Ludwigsthal, im Gebäude der Nationalparkwacht am Parkplatz in Neuschönau, an den Besuchertheken in den Informationszentren und Informationsstellen oder via npfueralle@npv-bw.bayern.de.

Anreise

Mit der Bahn:
Vom ICE-Halt Plattling geht’s mit der Waldbahn nach Zwiesel, Bayerisch Eisenstein, Grafenau, Frauenau oder Spiegelau. Von den Bahnhöfen ist die Weiterreise mit dem Bus möglich, zum Beispiel kostengünstig mit dem Bayerwald-Ticket.

Mit dem Auto:
Ins Falkenstein-Rachel-Gebiet gelangt man via Autobahnkreuz Deggendorf, wo sich A3 und A92 treffen. Einfach der Nationalpark-Beschilderung „Zwieseler Winkel“ folgen, dann kommen Sie über die B11 nach Bayerisch Eisenstein, Zwiesel, Lindberg oder Frauenau. Die südlichen Nationalpark-Gemeinden – Spiegelau, St. Oswald-Riedlhütte, Neuschönau, Hohenau und Mauth – erreichen Sie über die A3-Ausfahrt Hengersberg, wo auf der B533 der Nationalpark-Beschilderung „Rachel-Lusen-Gebiet“ gefolgt wird.

Erlebnisangebote

Kontakt

Nationalpark Bayerischer Wald
Freyunger Straße 2
94481 Grafenau