Nationalparks in Deutschland

Mit seinen ausgedehnten Watt- und Meeresflächen, Inseln und Sandbänken, Salzwiesen und Stränden wurde der wilde Westen Schleswig-Holsteins 1985 Nationalpark. Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist Nationalpark und – ergänzt um die Halligen – Biosphärenreservat. 2009 erklärten die Vereinten Nationen das Wattenmeer zum Weltnaturerbe der Menschheit.

Gründungsjahr: 1985
Geographische Lage: Nordseeküste Schleswig-Holsteins, von der dänischen Grenze bis zur Elbmündung
Größe: 4410 km²
Landschaften: Dünen, Halligen, Inseln, Priele, Salzwiesen und Meer, Sandbänke, Wattflächen

Das Gebiet

Ein spezieller Lebensraum des Nationalparks sind die Salzwiesen, die sich wie ein Saum entlang der Wattenmeerküsten erstrecken. Dort leben 250 Tierarten und Ökotypen, die in keinem anderen Gebiet der Erde vorkommen. Das Wattenmeer ist das vogelreichste Gebiet Europas. Allein der schleswig-holsteinische Teil wird im Frühjahr und Spätsommer von mehr als zwei Millionen Wat- und Wasservögeln aufgesucht, die an den arktischen Küsten Sibiriens, Grönlands und Kanadas brüten. Der begehbare Meeresboden ist auch für eine Attraktion für den Menschen. Im Nationalpark machen jährlich 500.000 Urlauber Wattwanderungen oder nutzen andere naturkundliche Angebote.

Naturschutz

Das deutsche Wattenmeer ist mehr als je ein Nationalpark im schleswig-holsteinischen, hamburgischen und niedersächsischem Teil. Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und andere internationale Einrichtungen haben das Gebiet mit hochwertigen Prädikaten ausgezeichnet:

  • Weltnaturerbe der UNESCO (2009)
  • Biosphärenreservat der UNESCO (1990)
  • Vogelschutzgebiet (1991) und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (1996) der EU
  • Besonders Empfindliches Meeresgebiet der IMO (2002)
  • Feuchtgebiet internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention (1990)

Zusätzlich zum rechtlichen Instrumentarium wurden lokale Schutzkonzepte entwickelt und mit einzelnen Interessengruppen oder Gemeinden spezielle Nationalpark-Vereinbarungen getroffen. Darüber hinaus werden auch Übereinkünfte und Schutzkonzepte auf internationaler Ebene entwickelt, etwa der Seehund-Management-Plan.
Um einen guten Schutz der Natur zu gewährleisten, wird der Nationalpark von der Nationalparkverwaltung mit ihren Rangern und besonders auch von Naturschutzverbänden gut betreut.

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Nordsee-Tourismus-Service GmbH
Zingel 5
25813 Husum
Tel.: 04841 8975-0
Fax: 04841 4843
info@nordseetourismus.de
www.nordseetourismus.de

Besucher- und Informationzentren

Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
Dithmarscher Straße 6a
25832 Tönning
Tel.: 04861 9620-0
Fax: 04861 9620-10
info@multimar-wattforum.de
www.multimar-wattforum.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Bei gutem Wetter bietet sich ein Besuch in Westerhever an. Vom Parkplatz läuft man zum Deich, durchquert vor dem Panorama des berühmten Leuchtturms die Salzwiesen und kann bei Niedrigwasser die vorgelagerte Sandbank erreichen.

Zwischen Frühjahr und Frühsommer brüten Möwen und Watvögel, im Spätsommer und Herbst rasten auf der Sandbank und in den Salzwiesen Tausende arktischer Zugvögel.

Im Winter lassen sich große Gänsescharen beobachten.Um sich über den Nationalpark zu informieren, fährt man in die kleine Hafenstadt Tönning und besucht das Multimar Wattforum. Das Nationalpark-Zentrum entführt auf unterhaltsame Weise in die spannende Welt der Wissenschaft. In 37 Aquarien werden mehr als 280 Arten von Fischen, Krebsen, Muscheln und Schnecken gezeigt. Das Großaquarium, in dem man zweimal wöchentlich einem Taucher beim Füttern der Fische zusehen kann und per Mikrofon Informationen erhält, ist eine besondere Attraktion, eine weitere ein 18 Meter langer Pottwal, der vor Jahren im Wattenmeer gestrandet ist. Kinder können sich auf einem großen Wasserspielplatz austoben.

Eine Woche vor Ort

Montag:
Ankunft bei einer Nationalpark-Partner-Unterkunft am Festland, auf den Inseln oder auf den Halligen. Abends Spaziergang am Strand und Fischbrötchen am Hafen.

Dienstag:
Naturkundliche Wattexkursion mit einem Nationalpark-Wattführer, um die „Small Five“ des Nationalparks kennen zu lernen. Nachmittags Besuch bei einem Naturschutzverband in der örtlichen Nationalpark-Station.

Mittwoch:
Mit dem Nationalpark-Partner-Schiff von Büsum oder Schlüttsiel in den Nationalpark, unterwegs Seetierfang mit fachkundigen Erläuterungen.

Donnerstag:
Besuch des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum in Tönning, nachmittags vogelkundliche Führung mit einem Naturschutzexperten.

Freitag:
Mit dem Nationalpark-Partner-Schiff von Nordstrand oder Wyk auf Föhr zu den Seehundbanken.

Samstag:
Sonnenschein! Ein Tag für den Strand und für Vogelbeobachtungen, z. B. am Leuchtturm von Westerhever. Abends leckere, selbst gepulte Krabben genießen.

Barrierefrei besuchen

Die Nationalpark-Partner am Wattenmeer bieten viele Übernachtungsmöglichkeiten an, die barrierefrei sind. Dazu gibt es an ausgesuchten Orten auch das Wattmobil, einen Rollstuhl, der über das Watt geschoben werden kann. Die Nationalparkverwaltung hat umfangreiche Informationen zum barrierefreien Reisen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer in der Broschüre „Wattenmeer für ALLE!“ zusammengestellt: www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/service/mediathek

Anreise

Mit der Bahn:
Bahnstrecke Hamburg-Westerland mit Stopp in Heide, Husum, Niebüll; in Heide Anschluss nach Büsum, in Husum nach St. Peter-Ording, in
Niebüll nach Dagebüll.

Mit dem Auto:
Ab Hamburg auf der A 23 Richtung Heide, anschließend B 203 nach Büsum, B 202 nach St. Peter-Ording oder B 5 Richtung Tönning, Husum, Niebüll. Autoverladung nach Westerland in Niebüll. Fahren zu den Inseln und Halligen
von Dagebüll und Schlüttsiel.

Kontakt

Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
Schlossgarten 1
25382 Tönning