Nationalparks in Deutschland

Dunkle Wälder, malerische Karseen, felsige Wände: Die landschaftliche Vielfalt in dem 10 000 Hektar großen Nationalpark, der sich in zwei Teilen über die Hochlagen zwischen Baden-Baden und Freudenstadt erstreckt, ist riesig – und bietet Lebensräume für Auerhühner, Kreuzottern und viele andere, zum Teil seltene Arten.

Gründungsjahr: 2014
Geographische Lage: Auf den Höhenlagen des Nordschwarzwalds, zwischen Baden-Baden und Freudenstadt
Größe: 100 km²
Landschaften: Bäche und Wasserfälle, Feuchtheiden, Fichte-Tannen-Buchen-Bergmischwälder, Hochmoore, Kare und Karseen

Das Gebiet

Obwohl in vielen Bereichen bisher noch die Fichten dominieren – kulturhistorisches Erbe des Schwarzwalds – ist dies doch ganz klar der Tannen-Nationalpark Deutschlands, mit einem Anteil von rund 15 Prozent. Neben drei eiszeitlichen Karseen und zwei größeren Hochmooren gehören auch die Grinden genannten Feuchtheiden zu den Besonderheiten. Wild und von rauer Schönheit erinnern die mit Latschenkiefern, Beerensträuchern, Heidekraut und Pfeifengras bewachsenen Flächen ein wenig an Landschaften in Skandinavien. Gerade die spezielle Mischung aus lichteren und geschlosseneren Strukturen macht sie zu einem wertvollen Lebensraum für viele seltene Mittelgebirgsarten, zum Beispiel Baumpieper und Kreuzotter, aber auch für Schmetterlinge, Heuschrecken wie die Alpine Gebirgsschrecke und andere Insekten. Dabei profitiert der junge Nationalpark von ehemaligen Bannwäldern, die teilweise bereits mehr als 100 Jahre sich selbst überlassen sind.

Naturschutz

Oberstes Ziel im Nationalpark Schwarzwald ist der Schutz der natürlichen Prozesse. Beim Park handelt es sich um einen so genannten Entwicklungs-Nationalpark, der in Kern-, Entwicklungs- und Managementzonen unterteilt ist. In den  Kernzonen, die derzeit 33 Prozent umfassen, greift der Mensch nicht lenkend ein. Hier darf sich der Wald gemäß den natürlichen Rahmenbedingungen frei entwickeln. Bei den Entwicklungszonen handelt es sich um Waldbereiche, die noch darauf vorbereitet werden, später einmal in die Kernzone überzugehen. Nach spätestens 30 Jahren sollen 75 Prozent der Fläche Kernzone sein. Die Managementzone (25 Prozent der Fläche) wird dauerhaft bewirtschaftet. In diesen Bereich fallen der 500 Meter breite Pufferstreifen entlang der Parkgrenze, der die benachbarten Wälder vor Borkenkäfern schützen soll, aber auch naturschutzfachlich wertvolle Gebiete wie die durch historische Beweidung entstandenen artenreichen Grinden (Feuchtheiden) auf den Gipfeln. Ein Großteil der NLP-Fläche ist Teil des europäischen NATURA-2000-Schutzgebietsnetzwerkes (4 FFH-Gebiete, 1 Vogelschutzgebiet).

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Nationalparkregion Schwarzwald
Rosenplatz 3
72270 Baiersbronn
07442/84140
info@nationalparkregion-schwarzwald.org
www.nationalparkregion-schwarzwald.org

Besucher- und Informationszentren

Infozentrum Nationalpark Schwarzwald
Schwarzwaldhochstraße 2
77889 Seebach
Tel.: 07449 – 92998 444
Fax: 07449 – 92998 499
www.schwarzwald-nationalpark.de

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Wer nur einen Tag Zeit für einen Besuch im Nationalpark Schwarzwald hat, sollte diesen schon frühmorgens beginnen, zum Beispiel auf einem der beliebten Erlebnispfade beginnen. Lothar- und Wildnispfad, die beide nach dem Orkan „Lothar“ im Jahr 1999 entstanden sind, lassen mit allen Sinnen erfahren, wie sich die Natur unbeeinflusst vom Menschen entwickelt. Der Luchspfad im Süden des Schutzgebiets ist ebenfalls sehenswert – auch wenn der Luchs noch nicht leibhaftig im Nationalpark jagt.

Nach einer kurzen Mittagspause geht es – am besten unter der fachkundigen Führung einer Rangerin oder eines Rangers in den ältesten Teil, den ehemaligen Bannwald Wilder See. Ein schmaler Pfad läuft die steile Karwand hinunter zum malerischen Wilden See im Herzen des Nationalparks. Lauter wird es bei der letzten Wanderung dieses Tages entlang der Wasserfälle Allerheiligen, für Kulturinteressierte schließt sich die Besichtigung der gleichnamigen Klosterruine an.

Eine Woche vor Ort

Samstag:
Der Tag startet auf den Wanderwegen des Schliffkopfgipfels, mit etwas Glück lässt sich hier eine Inversionswetterlage in den Höhen des Schwarzwalds erleben. Soll heißen: Nebel im Tal, Sonne im Nationalpark. Danach eine Nachmittagstour über den erlebnisreichen Lotharpfad.

Sonntag:
Geführte Rangertour zum ehemaligen Bannwald Wilder See, anschließend Besichtigung der kleinen Ausstellung im Nationalpark-Infozentrum am Ruhestein.

Montag:
Besuch der Klosterruine Allerheiligen, von dort Aufbruch zu einer Wanderung durch die Schluchtwälder und die enge Klamm der Allerheiligenschlucht, entlang der sagenumwobenen Wasserfälle.

Dienstag:
Im abgelegenen Tonbachtal lassen sich Wildtiere in einem Gehege aus der Nähe beobachten. Danach bietet sich ein Besuch der historischen Glashütte im Buhlbachtal an – und für Genießer locken am Abend die Sterne-Küchen von Baiersbronn.

Mittwoch:
Im Nordteil des Nationalparks bieten Wildnis- oder Luchspfad am Plättig erlebnisreiche Wanderungen für trittfeste Urwald-Entdecker. Wer ganz hoch hinaus will, kann im Hochseilgarten am Mehliskopf den eigenen Mut erproben.

Donnerstag:
Heute steht eine Tagestour quer durch den wilden Wäldern des hohen Ochsenkopfes mit seinem zerborstenen Gipfelturm auf dem Programm. Zum Abschluss Einkehr im einsamen Höhenort Herrenwies.

Freitag:
Die Woche endet mit einem Besuch der Geroldsauer Mühle, dem Tor zum Schwarzwald in Baden-Baden, mit vielen Produkten und Informationen aus der Region. In den Thermen der Stadt können müde Beine wunderbar entspannen.

Barrierefrei besuchen

Der Nationalpark Schwarzwald hat einige Angebote für Menschen mit Behinderung im Programm, darunter barrierefreie Führungen. Gerne gehen die Rangerinnen und Ranger auch auf spezielle Einschränkungen und Wünsche ein. Weitere Informationen gibt es auf der Nationalpark-Homepage www.schwarzwald-nationalpark.de

Anreise

Mit dem Öffentlichen Nahverkehr:
Der Schwarzwald ist ideal mit dem Zug zu erreichen. Von den Regionalbahnhöfen haben Sie Anschluss zu Bussen. Einen Übersichtsplan über die verschiedenen Verbindungen des Öffentlichen Nahverkehrs in den Nationalpark finden Sie auf der Webseite www.schwarzwald-nationalpark.de . Nach individuellen Verbindungen können Sie unter www.efa-bw.de suchen.

Mit dem Auto:
Die Nationalpark-Verwaltung liegt direkt am Ruhestein, zwischen Freudenstadt und Baden-Baden, an der Kreuzung, die nach Baiersbronn führt.
Von der Autobahn A5 nehmen Sie die Abfahrt Achern und folgen der L87 bergan in Richtung Baiersbronn. Folgen Sie der Ausschilderung zum Naturschutzzentrum.
Von der A 81 nehmen Sie die Abfahrt Horb/Freudenstadt und folgen der Ausschilderung bis Freudenstadt, von dort weiter Richtung Straßburg/Schwarzwaldhochstraße. Auf Höhe des ehemaligen Hotels Alexanderschanze biegen Sie rechts ab auf die B500 Richtung Baden-Baden. Nach ca. 14 Kilometern erreichen Sie das Nationalparkzentrum am Ruhestein.

Erlebnisangebote

Kontakt

Nationalpark Schwarzwald
Schwarzwaldhochstr. 2
77889 Seebach
Tel.: 07449 - 92998 444
Fax: 07449 - 92998 499