Naturparks in Deutschland

Wenn der Morgendunst langsam der Sonne weicht, erlebt man eine reizvolle naturnahe Kulturlandschaft mit einem stetigen Wechsel von Gräben, Äckern, Wiesen und unzähligen Baumreihen und Hecken. Wegen der 1.725 km Wasserläufe im Gebiet wird der Drömling auch „Land der tausend Gräben“ genannt. Die stark strukturierte Drömlingslandschaft gibt einer Vielzahl seltener und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten einen zum Teil letzten Überlebensraum.

Gründungsjahr: 1990
Geographische Lage: Am Südwestrand der Altmark, entlang von Mittellandkanal und Ohre, im Nordwesten des Landes Sachsen-Anhalt
Größe: 278 km²
Landschaften: Fließgewässer, Grünlandgebiete, Laubwälder, Moore

Das Gebiet

Seit etwa 200 Jahren stellt der Drömling eine weitgehend vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft dar. Während der ursprüngliche Erlenbruchwald heute nur noch in Resten vorhanden ist, bestimmen Wiesen und Äcker weithin das Bild der Landschaft. Vor allem in den Wiesen- und Waldgebieten hat sich bis heute eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt erhalten. Der Mittellandkanal ist wertvoller Lebensraum und Wanderweg für viele Tierarten. Doch durch die Verbreiterung des Kanals wurde eine erhebliche Störung der Uferbereiche hervorgerufen. Als Ausgleichsmaßnahme zu diesem Eingriff in Natur und Landschaft wurde die Flachwasserzone in Piplockenburg geschaffen. Es entstanden strukturreiche Flachwasserbereiche mit unterschiedlichen Gewässerzonen. Zusammen mit der einmaligen Drömlingslandschaft bildet sie heute das Potential für eine naturverträgliche touristische Entwicklung des Gebietes.

Wer als Besucher in den Drömling kommt, sucht heute entweder das ruhige Naturerlebnis seltener Pflanzen- und Tierarten oder nimmt als Bildungstourist an einer der geführten Wanderungen teil. Ideal erschließt sich der Drömling für den Radfahrer über ein ausgeschildertes Wegenetz. Auch Kutschfahrten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Eine Reihe kleinerer Pensionen vom Bauernhof bis hin zum Hotel bieten inzwischen für jeden Geschmack und Geldbeutel Übernachtungsmöglichkeiten. Der Drömling bietet seinen Besuchern insbesondere in den Ortschaften einige Sehenswürdigkeiten. Hierzu zählen das im italienischen Renaissancestil erbaute Schloss Kunrau mit Aussichtsturm und Park sowie die Fachwerkkirchen in Dannefeld, Jeggau, Miesterhorst, Peckfitz, Röwitz, Trippigleben, Wenze und Wernitz. Erwähnenswert ist besonders die Kirche in Dannefeld mit ihrem Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert und einem Kirchenhofportal aus dem Jahr 1735. Ebenfalls im regionstypischen Fachwerkstil oder aus roten Ziegelsteinen erbaute alte Gehöfte aus der Zeit der Drömlingskultivierung sind noch in vielen Horsten und Kolonien zu finden. Aus kultur- und nutzungsgeschichtlicher Sicht von Interesse sind die Grabensysteme und Kanäle zur Moorkultivierung im Drömling, z.B. der Friedrichs- und Wilhelmskanal.

Naturschutz

  • Großflächige Renaturierung von Niederungswäldern und Mooren und Schaffung natürlicher Sukzessionsflächen in der Kernzone
  • Erhalt, Sicherung und Weiterentwicklung der Arten- und Formenvielfalt einer von grundwasserbeeinflussten Wald- und Grünlandstandorten gekennzeichneten Kulturlandschaft und Bewahrung von naturnahen Ökosystemen der Nass- und Feuchtstandorte
  • Erhöhung der Wasserrückhaltung und gebietsweisen Anhebung des Grundwasserstandes
  • Erhaltung und Entwicklung naturnaher Gewässerstrukturen
  • Erhalt und Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer und Gewässerrandstreifen in ihrer besonderen Bedeutung für den Biotopverbund zwischen der Weser und Elbe
  • Erhaltung naturnaher Böden und kulturgeschichtlich wertvoller Moordammkulturen
  • Erhaltung des hohen Naturerlebnis- und Bildungswertes des Gebietes aufgrund seiner Eigenart, Vielfalt und Schönheit

Besucherinformationen

Besucher- und Informatioszentren

Informationshaus Drömling
Kämkerhorst
39359 Mannhausen
Tel.: 039059-4000
Telefon für Terminvereinbarungen und Anfragen zu Veranstaltungen: 039002-85011

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Um einen ersten Einblick zu erhalten, lohnt sich ein Besuch des Informationshauses in Kämkerhorst. In einer Ausstellung sehen Sie die heimischen Tiere und ihre Lebensräume. Im Außengelände ist der Drömling im Kleinformat dargestellt.

Auf einer Wanderung entlang der Ohre, des Sachauer Damms und der Flachwasserzone in Piplockenburg können Sie verschiedene Wasservögel, Spuren von Fischotter und Biber und mit etwas Glück auch den Seeadler beobachten. Lohnenswert ist ein Spaziergang im nördlichen Drömling inmitten der Moordammkulturen mit ihren unzähligen Gräben. Wiesen- und Wasservögel sowie zahlreiche Insekten und Amphibien leben hier.

Barrierefrei besuchen

Informationshaus Drömling
Kämkerhorst
39359 Mannhausen
einige Wanderwege und Lehrpfade (fragen Sie vorher an)

Erlebnisangebote

Biberexkursion

Auf der Exkursion erfahren Sie Wissenswertes über die größten Nagetiere Europas.

Kontakt

Naturpark Drömling
Bahnhofstr. 32
39646 Oebisfelde