Naturpark Elbhöhen-Wendland

Eine Landschaft voller Kontraste

Im Rundlingsdorf Satemin Foto Dr.Manfred Fortmann

Im Rundlingsdorf Satemin – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Der 1.160 Quadratkilometer große Naturpark Elbhöhen-Wendland liegt im östlichsten Zipfel Niedersachsens. Er beginnt im Landkreis Lüneburg und erstreckt sich dann weiter über den dünnbesiedelten Landkreis Lüchow-Dannenberg. Lag die Region früher im Schatten der innerdeutschen Grenze, so profitiert sie heute vom länderübergreifenden Naturschutzprojekt „Grünes Band“. Eine große Artenvielfalt kennzeichnet den Naturpark; seine EU-Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete gehören zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Eine facettenreiche Landschaft

Elbhöhen-Landschaft - Foto: Heiko Dybski

Elbhöhen-Landschaft – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Urtümliche Wälder, Wiesen und Weiden, Heide und Bäche, die Elbhöhen, der Staatsforst Göhrde und der Drawehn, eine teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte Hügellandschaft – so vielfältig präsentiert sich der Naturpark Elbhöhen-Wendland. Etwa die Hälfte seiner Fläche ist als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen. Markenzeichen für diesen bereits 1968 gegründeten Naturpark (früherer Name „Elbufer-Drawehn“) sind die Rundlingsdörfer mit ihren vielen guterhaltenen Fachwerkhäusern, eingebettet in ein liebliches, durch Landwirtschaft geprägtes Landschaftschaftsbild.

 Blütenpracht und Froschkonzert

Feldlilien in Govelin Foto: Dr. Manfred Fortmann

Feldlilien in Govelin – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Der Naturpark Elbhöhen-Wendland ist eine Naturlandschaft, die gegensätzlicher kaum sein kann. Hier gehen Feucht- und Trockenlebensräume eine enge Nachbarschaft ein. Der Naturpark ist daher Heimat vieler, zum Teil selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Auf trockenen Heiden und Magerrasen entfaltet sich im Frühjahr eine Blütenpracht ohnegleichen – ein Eldorado für Schmetterlinge und andere Insekten. Auch der Ameisenlöwe lauert hier in seinem Sandtrichter auf Beute. An Bachufern und in zahlreichen Gewässern laden Frösche, Kröten und Unken zum frühsommerlichen Konzert.

Baumriesen und Hirschkäfer

Baumriese im Staatsforst Göhrde - Foto: Heiko Dybski

Baumriese im Staatsforst Göhrde – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Bemerkenswert ist die Göhrde, eines der größten zusammenhängenden Mischwaldgebiete in Norddeutschland und ein seit Jahrhunderten gehegtes, ehemals kaiserliches Jagdrevier. Hier wachsen vor allem Kiefern, Buchen und Eichen, der Laubholzanteil wird kontinuierlich ausgebaut. Im Wortsinn herausragend ist der Eichenbestand, viele der uralten Baumriesen sind als Naturdenkmäler ausgewiesen und stehen unter Schutz. Im verheideten Traubeneichen-Hutewald des Breeser Grundes sind etwa 80 Käfer- und Falterarten der roten Liste nachgewiesen, darunter der seltene Hirschkäfer mit seinen geweihartigen Zangen. Und die Zeichen stehen gut, dass auch der Wolf bald wieder in der Göhrde zu Hause ist. Vielleicht findet einer der 2013 im Gartower Forst geborenen Welpen hier sein neues Revier.

Landleben in runden Dörfern

Schäfer in der Nemitzer Heide - Foto: Dr. Manfred Fortmann

Schäfer in der Nemitzer Heide – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Reddebeitz und Reddereitz, Meuchefitz und Meudelfitz, Mammoißel und Tolstefanz – was wie eine magische Beschwörungsformel klingt, sind in Wirklichkeit Ortsnamen aus dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Wo sonst gibt es schon Dörfer, die Kröte, Kukate oder Klöterhörn heißen? Charakteristisch für die Region sind vor allem aber die Rundlingsdörfer. „Rundlinge“ haben traditionell nur einen Zugang zum Dorfplatz, um den sich kreisförmig die Giebelseiten der typischen niedersächsischen Ständerhäuser scharen. Die zu den Höfen gehörenden Grundstücke umschließen den Rundling und ergeben eine tortenstückartig parzellierte Kulturlandschaft. Diese Siedlungsform ist im Naturpark besonders gut erhalten geblieben. Die über 100 Rundlingsdörfer gehören als Rundlingslandschaft zur Deutschen Fachwerkstraße. Das Freilichtmuseum „Wendlandhof“ in Lübeln informiert über die Entstehung und Geschichte dieser einzigartigen Dörfer und gibt einen Einblick, wie ihre Bewohner vor etwa 200 Jahren gelebt und gearbeitet haben.

Ein Naturpark zum Wohlfühlen

Wanderreiten im Wendland - Foto: Heiko Dybski

Wanderreiten im Wendland – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Eine artenreiche Flora und Fauna, eine vielseitige Landbewirtschaftung, beschauliche Dörfer mit Heuhotels, Hofläden und Streuobstwiesen, zum Bummel einladende Fachwerkstädtchen – der Naturpark Elbhöhen-Wendland vermittelt authentisches Landleben, Naturnähe und Nachhaltigkeit. Alteingesessene, aber auch Künstler, Akademiker, Handwerker von überall her leben und arbeiten hier. Sie genießen den Wechsel der Jahreszeiten, den Sternenhimmel und die gute Luft. Dieser Naturpark bietet das Lebensgefühl, das viele Menschen heute suchen. Eine faszinierende Stille und natürliche Dynamik zugleich. Dazu kommt eine bunte Mischung aus Geschichte, Kultur, Kunst und Musik. Dies unterstreicht die Einmaligkeit der Region. Und deshalb nutzen ihn die Gäste gern als einen besonderen Ort der Ruhe, Erholung und Entspannung. Denn statt Autobahnen und Großstadtgetümmel gibt es hier noch viel intakte Natur, aber eben auch viel Kreativität und kulturelle Vielfalt. Dies alles lässt sich mit dem Rad oder zu Fuß besonders intensiv erleben. Doch auch Reiten und Wasserwandern sind im Naturpark sehr beliebt.

Daten & Fakten

Lage: Der Naturpark liegt im den östlichsten Zipfel Niedersachsens. Er umfasst – abgesehen vom Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue – den gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie Teile des östlichen Landkreises Lüneburg.

Gründung: 1968 (als Naturpark „Elbufer-Drawehn“)

Größe: 1.160 km²

Landschaftstypen: Eiszeitlich entstandene Natur- und Kulturlandschaft mit Fließ- und Stillgewässern, Laub- und Mischwäldern, Heideflächen sowie Acker- und Grünland

Schutzgebiete: Der Anteil der Naturschutzgebiete (NSG) und Landschaftsschutzgebiete (LSG) beträgt
41 Prozent der Gesamtfläche.

Beschilderung der Rad- und Wanderwege - Foto: Heiko Dybski

Beschilderung der Radwege – Foto: Naturpark Elbhöhen-Wendland

Besonderheiten: Rundlingsdörfer und Fachwerkstädte, Nemitzer Heide, große Waldgebiete (Göhrde, Drawehn, Gartower Forst), viele Naturschutzgebiete mit seltener Fauna und Flora, Grünes Band, Feldlilien- u.a. Naturerlebnispfade, Route der alten Obstsorten, Rad-Infopunkte zu Erneuerbaren Energien; große Museenvielfalt und vielseitige Kulturangebote
(z.B. Kulturelle Landpartie)

Radfahren: Ausgeschildertes Radwegenetz mit thematischen Rundtouren und Fernradwegen

Wandern: Wendland-Rundweg mit den Teilabschnitten Elb-Höhenweg, Drawehn-Höhenweg und Wendland-Querweg sowie regionale Rundwanderwege

Reitwege: Viele Reitwege mit Rastplätzen für Pferd und Reiter

Das sollten Sie gesehen haben:

1. Nemitzer Heide mit Ausstellung im Heidehaus

2. Naturum Göhrde mit Waldmuseum und Erlebnis-Parcours

3. Findlingspark Clenzer Schweiz

4. Findlingsring Bleckede-Breetze

5. Feldlilienpfad Govelin

6. Hohe Kirche im Lemgow

7. Rundlingsmuseum Wendlandhof Lübeln

8. Swinmark-Grenzlandmuseum Göhr

9. Route der alten Obstsorten im Wendland

10. Dummeniederung mit Rundwanderweg

Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V.

Königsberger Straße 10, 29439 Lüchow (Wendland)

E-Mail: info@naturpark-elbhoehen-wendland.de

Internet: www.naturpark-elbhoehen-wendland.de