Naturparks in Deutschland

Der 2.055 km² länderüberschreitende Naturpark Saar-Hunsrück mit Nationalpark Hunsrück-Hochwald erstreckt sich von der Mosel und der Saarschleife bis auf die Höhen des Hunsrücks eine artenreiche und vielfältige Natur- und Kulturlandschaft. Der Naturpark bietet als zertifizierte Premium-Wanderregion Genusswandern mit Trekkingcharakter auf hohem Niveau und offeriert auch begeisterten Radfahrern als auch Kulturfreunden ein abwechslungsreiches Erlebnisangebot in allen Jahreszeiten.

Gründungsjahr: 1980
Geographische Lage: Rheinland-Pfalz, Saarland
Größe: 2055 km²
Landschaften: Fließgewässer, Grünland, Mischwald, Nadelwald, Weinbau

Das Gebiet

Die ausgedehnten strukturreichen Waldflächen, artenreichen Wiesen, Hecken und Rainen, die wildromantischen Bachläufen, bizarren Felsenlandschaften, ausgedehnten Streuobstwiesen und sonnigen Weinbergen an Mosel, Saar, Ruwer und Nahe laden zum Wandern sowie idyllische Dörfer und eindrucksvolle Aussichtspunkte zum Verweilen ein. Zahlreiche touristische Routen, Burgen und Schlösser sowie sehenswerte Relikte aus keltischer und römischer Zeit wollen entdeckt werden. Ebenso wie die kulturhistorischen Denkmäler stellt sich auch eine artenreiche Flora und Fauna im Naturpark Saar-Hunsrück dar. Insgesamt gehören 71 % der Naturparkfläche zu den 30 ausgezeichneten „Hotspot-Regionen“ der biologischen Vielfalt in Deutschland.
Im Hunsrück und im Oberen Nahebergland finden sich zahlreiche Magerrasen und Feuchtwiesen, mit zum Teil seltenen Pflanzenarten, wie Gelbe Narzisse, Arnika sowie Waldhyazinthe und weitere Orchideenarten sowie artenreiche Rosselhalden. Einen besonderen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten weisen die Quellmoore, Hangbrücher genannt, im Hunsrück auf. Von den zahlreichen hier heimischen Vogelarten sind Stein- und Rauhfußkauz, Braunkehlchen, Bekassine und Haselhuhn von besonderer Bedeutung.

Naturschutz

Der Naturpark Saar-Hunsrück setzt sich aus verschiedenen Landschaftsräumen zusammen. Die Räume Baumholder Hochland, Hoch-und Idarwald, Hochwaldvorland, Oberes Nahebergland, Saar-Ruwer-Hunsrück, Unteres Saartal, gehören sogar zu den Hotspot-Regionen Deutschlands.

  • Naturschutzgroßprojekt „Ruwer und Nebenbäche“ als naturnaher Gewässer- und Auenlandschaft zur Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit, der Förderung der Eigendynamik und des Erhalts und Entwicklung offener Tallagen
  • Naturschutzgebiet Tabener Urwald/Saarsteilhänge am Kaiserweg, mit Erhalt der Schlucht- und Hangwäldern, Blockschutthalden und naturnahen Bachtälern
  • Steilhänge an der Saar zur Erhaltung der Schlucht- und Hangmischwälder und Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior
  • Gewässer-Renaturierungsprojekt Ostertalaue
  • Naturschutzgroßvorhaben Wolferskopf mit artenreichen Blumenwiesen, Wiesen, Streuobstwiesen und orchideenreichen Kalk-Halbtrockenrasen.
  • Oberthaler und Noswendeler Bruch Erhalt eines repräsentativen Bruchgebiets mit Auenwald, Braunseggen, artenreichen Borstgrasrasen und Spitzblütenbinsenwiesen, Hochstaudenfluren, Pfeifengraswiesne und mageren Flachlandmähwiesen
  • Nied und ihre Nebenbäche Erhaltung und Sicherung der Niedschleife und die dazugehörigen Prallhänge.
  • Erhaltung und Regeneration von Borstgrasrasen mit Arnika im Hunsrück und Saar-Nahe-Bergland
  • Erhalt, Sicherung der subatlantischen Buchenwälder mit Wildkatze, RotwildSchwarzspecht, Rauhfußkauz und Bechsteinfledermaus.
  • Wiederherstellung und Erhalt von Hang-, und Quellmooren im Hunsrück mit Wiederherstellung natürlicher Rahmenbedingungen der sog. Hangbrücher im Hoch- und Idarwald.

Besucherinformation

Tourismusinformation

Tourist-Information Hermeskeil
Langer Markt 30
54411 Hermeskeil
06503-809-500
www.hermeskeil.de

Besucher- und Informationszentren

Naturpark-Informationszentrum Hermeskeil
Trierer Straße 51
54411 Hermeskeil
Tel.: 06503/9214-0
E-Mail: info@naturpak.org

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Im Erlebnismuseum „Mensch und Landschaft“ im Naturpark-Informationszentrum in Hermeskeil erleben Sie Kultur und Natur hautnah vor Ort. Die viersprachige Interaktive Touristikkarte informiert über die Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten der naturnahen Freizeitgestaltung an Saar, Mosel, Ruwer, Nied und Nahe und im Hunsrück. Der neuangelegte Bienentracht- und Kräutergarten mit attraktiven Wabenhaus für die Wildbiene am Infozentrum lädt ein zum Verweilen und bietet interessante Informationen rund um den Kräutergarten und den Wildbienenschutz. Der 15 Kilometer entfernte  Ringwall von Otzenhausen ist die am besten erhaltene keltische Verteidigungsanlage in Europa und kann bei der Rangertour „Keltentour“ ab Rangertreff Keltendorf erwandert werden. Der Keltenpark Otzenhausen am Fuße des Ringwalls, gibt Einblick in ein „echtes“ keltisches Dorf, wie es vor 2.000 Jahren innerhalb der gewaltigen Festungsanlage auf dem Dollberg gestanden haben könnte. Die Rekonstruktion einer keltischen Siedlung ist wesentlicher Bestandteil des entstehenden Keltenparks.

Eine Woche vor Ort

Montag:
Mit dem Rad über den Ruwer-Hochwald-Radweg auf der historische Eisenbahnstrecke der Ruwer-Hochwald-Bahntrasse von Ruwer nach Hermeskeil. Ob Natur und Technik, Kultur und Kulinarisches, Wein und Wald: Es gibt viele interessante Anlaufstellen, die der Radweg zwischen Moseltal und Hochwald zu bieten hat. Am Walderlebnispfad Zerf kann die Natur mit allen Sinnen erfahren werden. Die Besucher erwarten vertonte Infotafeln, ein Holztelefon und viele weitere spielerisch aufgearbeitete Stationen, wo die Natur durch Hören, Riechen, Fühlen, Sehen wahrgenommen werden kann, nach dem Motto „Entdecken, erkunden, erleben im Naturpark Saar-Hunsrück“.
Der RegioRadler Ruwer-Hochwald Bus (RR200) verkehrt in der Saison an zahlreichen Wochentagen und Wochenenden zwischen Trier und Hermeskeil. Fahrplaninformationen und Reservierungen unter: www.regioradler.de

Dienstag:
Besuch des Aussichtspunkt Cloef an der Saarschleife im Naturparkdorf Orscholz mit Besichtigung der Regiothek und Naturpark-Apfel- und Viezothek in der Naturpark-Infostelle Cloef-Atrium und dem Baumwipfelpfad Saarschleife.
Anschließend Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig von Orscholz über Borg mit Besuch der Römischen Villa Borg. Der Archäologiepark Römische Villa Borg ist nach mehr als 25 Jahren Ausgrabung und Rekonstruktion zu einem der Anziehungspunkte in der Region geworden. Der gesamte Komplex veranschaulicht auf höchst eindrucksvolle Weise den zahlreichen Besuchern die verschiedenen Aspekte des römischen Landlebens. Die Anlage ist in ihrer Art und Weise einmalig in Europa. Von Borg führt die Wanderung zurück nach Perl.

Mittwoch:
Wanderung auf dem geologischen-naturkundlichen Lehrpfad ab dem Naturparkdorf Ockfen nach Schoden. Neben geologischen und geomorphologischen Informationen zu den typischen Landschaftsformen wie Umlaufberge und -täler, wird auch die historische Landschaftsentwicklung des Weinbaus auch mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten im Unteren Saartal erklärt. Mittags Weiterfahrt ab Schoden mit der Bahn nach Saarburg. In Saarburg kann die mittelalterliche Altstadt mit 20 m hohem Wasserfall der Leuk, Haus Warsberg, der Burganlage und die historischen Fischer- und Schifferhäuser besichtigt werden. Die einst stolze und mächtige Burg, war eine der ersten und schönsten Höhenburgen des Westens, die Graf Siegfried  von Luxemburg 964 erbauen ließ.
Ab Saarburg besteht die Möglichkeit mit dem Schiff über die Saar nach Mettlach zu fahren.
Auf der Saar liegt hoch über dem Saartal gegenüber dem Naturparkdorf Serrig auf der Spitze eines vorspringenden Sandsteinfelsens die Klause Kastel-Staadt, die ein von Mönchen in die Felswand geschlagenes Refugium ist und zur Grabkapelle für Johann von Böhmen ausgebaut wurde. Weiter Flussaufwärts folgt die kleine Saarschleife bei Hamm und hinter Taben-Rodt bietet sich Blick auf den Tabener Urwald mit Saarsteilhänge am Kaiserweg. Eine der prioritären Arten des Natura 2000 Programms der Europäischen Union der Eremit (Juchtenkäfer) lebt hier im Totholz. Die Rückfahrt erfolgt in Mettlach zurück mit der Bahn nach Schoden.

Donnerstag:
Eine Radtour auf dem familienfreundlichen Saarradweg von Merzig, Stadt der Wölfe, nach Rehlingen und von dort über den Niedtal-Radweg über Siersburg nach Niedaltdorf, entlang der idyllischen Niedtalaue. Ein lohnenswerter Aussichtspunkt ist die Siersburg, (12. Jahrhundert). Von der Burgruine aus, haben sie einen fantastischen Blick auf den Ort Siersburg, Rehlingen und die Flusstäler.

Freitag:
Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig von Kell am See nach Riveris.
Ab dem Stausee in Kell führt die Route über den Saar-Hunsrück-Steig bergauf in den Osburger Hochwald. Dort führt am Rösterkopf, der höchsten Erhebung, am westlichen Rand des 7 ha großen Quellmoors „Weyrichsbruch“ ein Knüppeldamm vorbei. Auf einem 300 Meter langen Steg kann der Hangbruch durchwandert werden, ohne das Biotop zu betreten. Dann beginnt der lange Abstieg ins Ruwertal, der durch struktureiche Wälder des Osburger Hochwalds führt. Bei Bonerath bieten sich sensationelle Aussichten in den Naturpark und bis in die Eifel. Die Route geht weiter hinab zur Riveristalsperre. Vorbei an dem Naturdenkmal des Quarzitfelsen „Langenstein“ ist das Ruwertal bei Riveris erreicht. Das Ruwertal besitzt 181 Hektar Rebfläche auf, die sich an den Südhängen der Ruwer zwischen Sommerau und Ruwer erstrecken. Die Rückfahrt erfolgt mit dem Bus nach Kell am See (Busse 30 und 86).

Samstag:
Wanderung auf dem Mittelalterpfad ab Herrstein, über naturnahe Pfade, mit spannenden Ausblicken und abwechslungsreichen Waldbildern entlang der Wegstrecke. Im Anschluss mit Besichtigung des mittelalterlichen historischen Ortskern von Herrstein an der Deutschen Edelsteinstraße. Eine Weiterfahrt zur Besichtigung der Naturpark-und Nationalpark-Infostelle Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld mit Wildkatzenzentrum, Auffangstation und Auswilderungsgehegen und interaktiven Informationsmöglichkeiten zur biologischen Vielfalt sowie der Besuch der Quarzitfelsen der Kirschweiler Festung mit ihren Aussichtspunkten und die Blockhalde bei der ehemaligen keltischen Befestigungsanlage Ringskopf sind lohnenswert.

Sonntag:
Wanderung auf der Schaumberg-Tafeltour bei Tholey mit herrlichen Aussichten, wildromantische Bachtäler, idyllische Waldlandschaften über den 569 Meter hohen Schaumberg. Die Tour führt durch eine Landschaft, die schon vor Jahrhunderten Kelten, Römer, Ritter und Mönche in ihren Bann zog.
Die Schaumbergregion gehört dem Rotliegenden, einer Formation des Perm an. Die Gesteine wurden vor 290 – 250 Mio. Jahren abgelagert. Der Schaumberg ist aus einem Magma entstanden, das nicht bis an die Erdoberfläche gelangte. Das freigelegte Gestein, der „Tholeyit“ wird von Sedimentgestein der Lebacher Schichten umgeben. Innerhalb der vulkanischen Decke konnten sich je nach Zusammensetzung Achate, Jaspis und andere Halbedelsteine bilden. Lohnenswert sind auch der Besuch der Benediktinerabtei Tholey, mit einer bis ins 7. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte, das Museum Theulegium Tholey und die Blasiuskapelle mit einer 700-jährigen Geschichte.
Ein Besuch des 8 Kilometer entfernten Freizeitzentrum Finkenrech bei Dirmingen mit Naturpark-Infostelle und interaktiver Panoramakarte ist lohnenswert. Ob Rosenliebhaber, Kräuterhexe, Spielplatzfan oder Tierfreund, hier ist für jeden was dabei. Die vielen thematisch orientierten Gartenbereiche bieten Entspannung und Muße, aber auch neue Impulse für die Gestaltung und Pflege des heimischen Gartens.

Anreise

Klimabewusst unterwegs im Naturpark – Infos unter www.dertakt.de und www.saarvv.de.
Durch den Naturpark Saar-Hunsrück führen die Bahnverbindungen:

  • zwischen Bad Kreuznach und Saarbrücken
  • zwischen Trier und Saarbrücken und
  • zwischen St. Wendel und Frankfurt
  • zwischen Saarlouis/Dillingen und Bouzonville

Bahnstationen sind in Trier – Konz – Wiltingen – Serrig – Saarburg – Saarfels – Mettlach – Besseringen – Merzig – Fremersdorf – Beckingen – Dillingen – Saarlouis – Türkismühle oder Neubrücke/Nahe. Von dort aus weiter mit öffentlichen oder gecharterten Bussen. Auskunft zur Anreise mit Bahn oder ÖPNV bekommen Sie im Internet unter

Der Naturpark Saar-Hunsrück ist mit Bus/Pkw über verschiedene Autobahnen, Europa- und Bundesstraßen zu erreichen:
Informationszentrum Hermeskeil

  • aus Richtung Saarbrücken über die A 1 oder die A 620/A 8, Abfahrt Hermeskeil
  • aus Richtung Kaiserslautern über die A 62
  • aus Richtung Bad Kreuznach über die B 41
  • aus Richtung Mainz/Bingen über die E 42 (= B 50)
  • aus Richtung Koblenz über die A 48/A 1 oder B 327 (Hunsrückhöhenstraße)
  • aus Richtung Belgien/Luxemburg über die E 42/E 29
  • aus Richtung Trier über die B 51 oder B 268 oder B 52 oder A 602/A 1
  • aus Richtung Saarburg über die B 407 (Hunsrückhöhenstraße)

Informationszentrum Weiskirchen

  • aus Richtung Saarbrücken über die A 8 oder die A 1

 

Kontakt

Naturpark Saar-Hunsrück
Trierer Str. 51
54411 Hermeskeil
Tel.: +49 6503 9214 -0
Fax: +49 6503 9214 -14