Wildnisgebiete in Deutschland

Wagnis Wildnis – Die fast 90-jährige militärische Nutzung löschte die Ende des 12. Jahrhunderts aus wilder Wurzel entstandene Kulturlandschaft aus. Das freie Spiel der Naturkräfte bringt eine Waldlandschaft mit Quellen, Bächen, Mooren und Blößen sowie einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren zurück. Uns bleibt die Hoffnung, den Naturgeheimnissen auf die Spur kommen zu können.

Gründungsjahr: 1996
Geographische Lage: 28 km nordöstlich von Dresden, 500 ha im Landkreis Meißen, an das südliche Brandenburg grenzend, in Sachsen, Landkreis Bautzen
Größe: 69 km²
Landschaften: Auenwälder, Bachauen, Biberstaue, Binnendunen, Feuchtheiden, Fließgewässer, Frischwiesen, Grundgebirge des Nordwest-Lausitzer Hügellandes, Hohenzüge, Kiefern-Moorwälder, Nasswiesen, Norddeutsches Tiefland, Quellen, Standgewässer, Sumpfe, Teiche, Trockenheiden, Trockenrasen, Übergangsmoore, Vorwälder aus Birke und Kiefer, Waldrelikte von Eichenmischwäldern, Wegetümpel

Das Gebiet

Die Mannigfaltigkeit der Naturausstattung fußt auf dem direkten Übergang vom Hügelland zum altpleistozänen Tiefland sowie dem Reichtum an Gewässern. Bäche und kleine Flüsse erreichen mehr als 100 km Länge. Gut 20 ha Wasserfläche stauen Biber auf. Unübersehbar in der Landschaft – der schroffe Wechsel von feucht zu trocken sowie von atlantischen zu kontinentalen Klimaeinflüssen. Welche Vielfalt an Arten!

In acht Jahrhunderten vollzog sich eine Landschaftsentwicklung vom Naturwald zur Kulturlandschaft zum Truppenübungsplatz Königsbrück und erneut zum Naturwald, meist von Rohböden ausgehend. Ungezähmte Natur führt zuweilen zu bisher Unbeschriebenem.

Das 70 km² große Schutzgebiet liegt in einem 132 km² großen unzerschnitten Raum. Größe, Ruhe und Ungestörtheit sind für empfindliche Arten und Tiere mit großem Raumanspruch wie Wolf oder Rothirsch nahezu das Paradies. Aber auch für uns Menschen.

Aussichtstürme, Besucherpfade, Busführungen und geführte Wanderungen lassen daran Anteil nehmen.

Naturschutz

  • Erhaltung und Entwicklung eines  naturraumtypischen  und komplex ausgestatteten Ausschnittes der Königsbrück- Ruhlander Heiden in seiner Großräumigkeit, Unzerschnittenheit, Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts, seiner natürlichen Dynamik und Störungsarmut als Lebensstätten, Biotope und Lebensgemeinschaften lebensraumtypischer wild lebender Pflanzen- und Tierarten, insbesondere für störungsempfindliche Tierarten mit großem Raum- und/ oder spezifischen Habitatansprüchen sowie als Kernfläche eines übergreifenden Biotopverbundsystems
  • die dauerhafte Gewährleistung eines möglichst ungestörten Ablaufs der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik auf 80 % der Fläche (Kernzone) als ein internationales Schutzgebiet Kategorie Ib/ Wildnisgebiet nach den Richtlinien der IUCN
  • als NATURA 2000-Gebiet in der Pflegezone die Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der in den Erhaltungszielen genannten natürlichen Lebensraumtypen und Tier- und Pflanzenarten (FFH-Gebiet) sowie der Vogelarten und ihrer Lebensräume (Europäisches Vogelschutzgebiet)

Besucherinformationen

Tourismusinformation

Stadtinformation Königsbrück
Markt 18
01936 Königsbrück

Besucher- und Informationszentren

Besucherzentrum NSG Königsbrücker Heide
Weißbacher Straße 30
01936 Königsbrück

Aktiv vor Ort

Ein Tag vor Ort

Ein Besuch der Königsbrücker Heide lohnt zu jeder Jahreszeit. Besonders im Winterhalbjahr empfiehlt es sich im Besucherzentrum in Königsbrück die multimediale Ausstellung „Nach vorn zurück – Mission Naturlandschaft NSG Königsbrücker Heide“ anzuschauen. Von hier aus sind sowohl der Biber- als auch der Turmpfad zu Fuß zu erreichen und der Tag ist gut verplant.

Im Sommerhalbjahr bietet sich das Schutzgebiet zum Radeln an. Die am Rundweg liegenden Besucherpfade im NSG laden zum Durchstreifen ein. Gute Zeiteinteilung und eine Voranmeldung vorausgesetzt, schafft man sowohl die Teilnahme an einer dreistündigen Führung mit dem Geländebus durch das Wildnisgebiet als auch die Besichtigung des Besucherzentrums.

Barrierefrei besuchen

Alle Besucherpfade sind zurzeit rollstuhlgerecht. Die Aussichtstürme haben keine Fahrstühle.

Anreise

Mit der Bahn:
mit der Regionalbahn Dresden – Königsbrück; ca. 15 min. Fußweg oder Weiterfahrt mit dem Bus zur Weißbacher Straße, 5 min. Fußweg

Mit dem Auto:
über die Autobahnen BAB 4 (Anschlussstelle Hermsdorf) weiter auf B 97 Richtung Hoyerswerda/ Königsbrück und BAB 13 (Anschlussstelle Thiendorf) weiter auf B 98 Richtung Königsbrück; Besucherpfade im Norden über die BAB 13 (Anschlussstelle Ortrand) weiter auf L 57

Kontakt

Wildnisgebiet Königsbrücker Heide
Weißbacher Straße 30
01936 Königsbrück
Tel.: +49 35795 49 90 100