Nationalparks in Deutschland

Grundlagen

Was ist ein Nationalpark?

Ein Nationalpark ist ein Schutzgebiet, in dem sich die Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten darf. Das vorrangige Ziel von Nationalparks ist es, Natur Natur sein zu lassen. Es handelt sich daher um Landschaften, in denen die Natur sich selbst und ihren eigenen Gesetzen überlassen bleibt. Nationalparks schaffen und bewahren Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere und sind deshalb unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.

Nationalparks gibt es global betrachtet schon seit mehr als hundert Jahren. Sie sind überall auf der Welt zu finden und beheimaten die schönsten Naturlandschaften unserer Erde. Der Yellowstone Nationalpark gilt mit der Gründung im Jahr 1872 als erster Nationalpark der Welt. Bei uns in Deutschland wurde der Bayerische Wald 1970, als erster bundesweiter Nationalpark deutlich später eröffnet.

Wie viele Nationalparks gibt es in Deutschland?  

Derzeit (2017) gibt es 16 Nationalparks in Deutschland. Von der maritimen Küste im Norden bis zu den Alpen im Süden der Bundesrepublik erstrecken sich die Nationalparks auf einer Gesamtfläche über 10.000 km². Ohne den marinen Anteil nehmen Nationalparks eine Fläche von etwa 2.000 km² bzw. ca. 0,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands ein.

Tourismus

Gibt es im Nationalpark gefährliche Tiere?

Dafür müsste man zunächst definieren was gefährliche Tiere überhaupt sind. Die großen Säugetiere wie Bär, Luchs oder Wolf, die einstmals in Deutschland lebten, sind teilweise gänzlich von der Bildfläche verschwunden, einige Bestände erholen sich jedoch zunehmend. Bären sind bereits seit geraumer Zeit in Deutschland ausgestorben. Luchse hingegen konnten sich in einigen Nationalparks wie dem Bayerischen Wald wieder erfolgreich etablieren. Sogar der Wolf wurde in bestimmten Regionen wieder gesichtet. Es gibt jedoch noch keinen offiziellen Nachweis für Nachwuchs und somit die Ansiedlung eines gänzlichen Rudels. Auch die scheue Wildkatze, welche in einigen Nationalparks heimisch ist, wird Menschen – ob groß oder klein – nicht gefährlich werden.

Insgesamt ist zu wissen, dass diese Tiere sehr scheu sind und nicht den Kontakt mit Menschen suchen. Besucher müssen sich dementsprechend keine Sorgen machen, einer Gefahr durch „gefährliche Tiere“ ausgesetzt zu sein.

Das einzig wirklich gefährliche Tier in einigen Nationalparks ist die Zecke, welche Borreliose und FSME übertragen kann. Diese leben an Waldrändern, auf Lichtungen, im hohen Gras und im Unterholz. Für Wanderer, die auf den Wanderwegen bleiben, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenbiss daher relativ gering.

Besonders aktiv sind Zecken nach einem Regentag im Sommer, denn sie lieben Feuchtigkeit und Wärme. Ein gänzlicher Schutz vor einem Zeckenbiss ist unmöglich. Daher gilt es, sich nach der Wanderung nach Zecken abzusuchen und bei einem Biss diese mit einer Pinzette oder Zeckenzange zu entfernen.

Ist Tourismus in Nationalparks unerwünscht?

Ganz und gar nicht! Der Zugang für die Öffentlichkeit entspricht der Grundidee eines Nationalparks, wonach der Mensch von der Natur nicht ausgeschlossen, sondern eingeladen werden soll.

Nationalparks dienen der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung. Es soll das Interesse und Verständnis für die komplexen Zusammenhänge von Ökosystemen, für die Gefährdung von Arten und Biotopen sowie für die Bedeutung der Natur als Grundlage menschlichen Lebens geweckt werden.

Nationalparks sind zudem zu einem wichtigen Faktor regionaler Entwicklung geworden. Sie prägen das Erscheinungsbild einer Region und tragen mit dazu bei, das Image zu stärken. Damit fördern sie einen naturverbundenen Tourismus und erhöhen die Nachfrage nach regionalen Angeboten.

Vielerorts gelten Nationalparks heute sogar als Tourismusmagnete. Nationalparks sind ein entscheidendes Element für den naturnahen Tourismus und ziehen jedes Jahr Millionen von Besuchern an.

Was kostet ein Besuch der deutschen Nationalparks?

Nationalparks in Deutschland sind frei und kostenlos zugänglich. Anders als in den großen Nationalparks in den USA, wird in Deutschland kein Eintritt für einen Besuch der Nationalparks erhoben. Für den Gast gibt es zudem kaum sichtbare Grenzen. Die Naturlandschaften gehen häufig fließend in Siedlungsstrukturen und bewirtschaftete Landstriche über.

Verhalten & Regeln

Darf ich im Nationalpark Blumen pflücken oder Pflanzen ausgraben?

Wer durch Nationalparks oder Naturschutzgebiete flaniert, darf offiziell überhaupt keine Blumen pflücken, denn „Blumenpflücken“ im Naturschutzgebiet beziehungsweise Nationalpark ist verboten.

Es gibt jedoch einige Ausnahmeregelungen. Denn Rücksichtnahme in der Natur schließt nicht gleichzeitig aus, dass man an einem blühenden Wegrand einen kleinen Wildblumenstrauß aus bekannten und häufig vorkommenden Arten pflückt, um sich oder Eltern, Freunden und Bekannten eine Freude zu bereiten. Dabei sollten Sie auf das richtige Maß achten.

Erlaubtes Maß ist hier ein Handstrauß, das ist so viel, wie man in einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger umfassen kann. Auf diese Weise erhalten Sie die Nahrungsgrundlage für Nutztiere wie Bienen und Vögel.

Bitte informieren Sie sich vorher in den Besuchereinrichtungen der Nationalparks oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes über die Bestimmungen vor Ort.

Darf ich meinen Hund ohne Leine laufen lassen?

In Nationalparks leben zahlreiche äußerst seltene und besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten, die von freilaufenden Hunden gestört werden könnten. Daher bitten wir Sie, Ihren Hund anzuleinen. In einigen Nationalparks bestehen Ausnahmeregelungen sowie ausgewiesene Flächen, in denen sich Hunde frei bewegen dürfen. Bitte informieren Sie sich hierfür in den Besuchereinrichtungen der Nationalparks oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.

Dürfen die vorgeschriebenen Wanderwege verlassen werden?

Der Schutzzweck von Nationalparks ist es insbesondere, die Lebensstätten der Tiere und Pflanzen zu schützen und vor Beeinträchtigungen zu bewahren. Daher sollten die Besucher der Nationalparks die Natur von den ausgewiesenen Wanderwegen aus erleben und genießen. Vielerorts durchqueren Erlebnispfade und Rundwanderwege sämtliche Naturschönheiten und besonders wertvollen Bereiche.

Ist es erlaubt im Nationalpark Pilze und Beeren zu sammeln?

Grundsätzlich ja. Pilze dürfen in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf und an Stellen, die keinem Wegegebot unterliegen, gesammelt werden.

Gleichwohl sollten Besucher im Interesse einer ungestörten Entwicklung sorgsam mit diesem Recht umgehen, damit die Schönheit und Vielfalt im Nationalpark erhalten bleibt.
Diese Berechtigung wird in den deutschen Nationalparks jedoch mitunter unterschiedlich geregelt & gehandhabt. Bitte informieren Sie sich daher in den Besuchereinrichtungen der Nationalparks oder auf der Website des entsprechenden Schutzgebietes.