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Nationale Naturlandschaften
Eine Landschaft voller Kontraste

Rundlingsdorf Lübeln
Einzigartige Rundlingsdörfer
Reddebeitz und Meuchefitz, Mammoißel und Tolstefanz. Was wie eine magische Beschwörungsformel klingt, sind in Wirklichkeit Ortsnamen aus dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Die Namen zeugen von einer slawischen Besiedlung, die auf diese Weise ihre Spuren hinterlassen hat. Aber nicht nur die Namen der Dörfer sind etwas Besonderes und charakteristisch für die Region, auch ihre Form ist einzigartig: Rundlingsdörfer! Diese Siedlungsform ist im Naturpark besonders gut erhalten geblieben. Als Rundlingsdörfer werden Dörfer bezeichnet, bei denen die Häuser kreisförmig um den Dorfplatz angeordnet sind und der Ort normalerweise nur einen Zugang hat. Auf diese Weise entsteht eine ganz spezielle Atmosphäre. Die über 100 Rundlingsdörfer gehören als Rundlingslandschaft zur Deutschen Fachwerkstraße. Das Freilichtmuseum Wendlandhof im Rundlingsdorf Lübeln informiert über die Entstehung und Geschichte dieser einzigartigen Dörfer und gibt einen Einblick, wie ihre Bewohner gelebt und gearbeitet haben.
Drawehn, Göhrde, Gartower Forst und Nemitzer Heide
Der Drawehn ist eine teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte, sehr abwechslungs-reiche Hügellandschaft im Westen des Naturparks. Trockentäler stehen hier im Kontrast zum Hohen Mechtin, der mit 142 Metern höchsten natürlichen Erhebung der Region. Der dortige Aussichtsturm bietet einen beeindruckenden Rundumblick bis weit in den Naturpark hinein. Im Norden liegt die Göhrde, ein ehemaliges kaiserliches Jagdrevier und eines der größten Mischwaldgebiete Norddeutschlands. Ein Höhepunkt ist hier die Brunft der Rothirsche im Herbst. Im Osten liegt der Gartower Forst, ein sehr abwechslungsreicher Nadelwald mit weitläufigen Heideflächen wie der Nemitzer Heide.
Angebote für Wanderer, Reiter und Radfahrer
Ein weitläufiges und gut ausgebautes Wegenetz lädt im Naturpark zum Wandern, Reiten und Radfahren ein. Für Wanderer bietet zum Beispiel der Wendland-Rundweg beste Voraus-setzungen. Der Wendland-Rundweg besteht aus mehreren Teilabschnitten: Im Norden schlängelt sich der Elb-Höhenweg (72 km) entlang der Elbe. Im Süden liegt der Wendenstieg (56 km), der eine Vielzahl von Rundlingsdörfern und die Nemitzer Heidelandschaft durch-quert. Im Westen verläuft der Wendlandweg (75 km) durch die Göhrde und den waldigen Höhenzug des Drawehn. Der kürzeste Teilabschnitt ist der Klötziestieg (27 km) im Nord-westen. Wie auch der Wendlandweg ist der Klötziestieg mit dem Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet worden. Wandergastgeber am Wegesrand informieren über den weiteren Streckenverlauf und geben Auskunft über lokale Rundwanderwege und Übernachtungsmöglichkeiten. Für Ross, Reiter und Radfahrer sind ebenfalls abwechslungsreiche Wege vorhanden. Das Angebot an Reitstrecken reicht von der „Dünen-Achterbahn“ in Gartow über eine Sprungstrecke in der Nemitzer Heide bis hin zu ausgewiesenen Reitwegen durch den Gartower Forst oder dem Vier-Länder-Wanderritt. Für Wanderreiter stehen darüber hinaus eine Vielzahl von Rast-plätzen mit Paddocks zur Verfügung. Radfahrer können den Elberadweg entlang radeln oder 22 gut ausgeschilderte Rundtouren mit einer Länge von jeweils 30 bis 60 km erkunden. Aber auch der 190 km lange Vier-Länder-Grenzradweg bietet jede Menge Abwechselung.
Alternatives und Kreatives
Geprägt wird der Naturpark durch außergewöhnliche Kreativität, kulturelle Vielfalt und alternative Formen der Landwirtschaft. Viele freischaffende Künstler haben sich entlang der Elbe und im Wendland niedergelassen. Jedes Jahr zwischen Himmelfahrt und Pfingsten findet hier die Kulturelle Landpartie statt. Dann öffnen Maler, Bildhauer und andere Künstler ihre Ateliers und selbst in der Landschaft sind ihre Werke zu sehen. Land und Leute können während der Kulturellen Landpartie auf eine besonders beeindruckende Art kennen gelernt werden. Konzerte und Theatervorführungen finden oftmals in Scheunen statt. Die Region steht auch für alternative landwirtschaftliche Methoden. Neben der traditionellen Landwirt-schaft setzen die Landwirte auf ökologischen Anbau und Erneuerbare Energie. Biologisch angebaute Lebensmittel können oftmals direkt auf den bäuerlichen Höfen erworben werden und ein spezieller Reiseführer informiert über Wind-, Biogas- und Photovoltaikanlagen.
Daten & Fakten
Gründungsjahr
1968
Größe
116.000 Hektar
Geographische Lage
Der Naturpark liegt im östlichsten Zipfel Niedersachsens und umfasst den Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie Teile des Landkreises Lüneburg.
Landschaften
Eiszeitlich geprägte Kultur- und Naturlandschaft mit Fließ- und Stillgewässern, Laub- und Mischwäldern, Heideflächen sowie Acker- und Grünland
Anfahrt
Anreise PKWVon Hamburg über Lüneburg (A250) und von dort weiter in Richtung Dannenberg/Hitzacker (B216). Von Berlin über Ludwigslust (A24) und von dort weiter in Richtung Dömitz (B191). Von Hannover über Celle/Uelzen (B191) in Richtung Lüchow (B493). Von Süden über Wolfsburg (A39) und Salzwedel (B248) in Richtung Lüchow (B248). Von Magdeburg über Gardelegen und Salzwedel (B71) in Richtung Lüchow (B248)
Anreise Bahn
Von Hamburg über Lüneburg (ICE-Halt) und dann weiter nach Neetzendorf, Göhrde, Leitstade, Hitzacker oder Dannenberg. Von Berlin/Stendal bis Salzwedel oder Schnega. Von Uelzen bis Schnega oder Salzwedel
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2010 © EUROPARC Deutschland
Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks - Nationale Naturlandschaften
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