- STARTSEITE
- AKTUELLES & PRESSE
- NATIONALE NATURLANDSCHAFTEN
- URLAUB & FREIZEIT
- PROJEKTE & AKTIONEN
- SPENDEN & HELFEN
- LINKS & LESETIPPS
Auf Feiningers Spuren über Usedom
Ein Lieblingsplatz von Lyonel Feininger: die Mühle von Benz im Süden der Insel Usedom.
Wer die Ostseeinsel Usedom nur auf breite Sandstrände, lange Promenaden oder prächtige Villen in den Kaiserbädern beschränkt, sieht nur die halbe Schönheit. Das Hinterland jenseits der bekannten Badeorte überrascht den Besucher mindestens genauso stark. Seit einiger Zeit gibt es eine ziemlich einmalige Gelegenheit, auch die stillen und noch weitgehend unbekannten Orte des 1999 ins Leben gerufenen Naturparks Usedom kennen zu lernen. Der Lyonel-Feininger-Radweg führt die Touristen im Süden der Insel zu insgesamt 45 Motivstationen des deutsch-amerikanischen Malers. Rechtzeitig vor dem Start in die Sommersaison steht zwischen Neppermin und Sallenthin nun ein weiterer vier Kilometer langer Abschnitt zur Verfügung, sodass die ganze Tour jetzt rund 60 Kilometer lang ist. Es können aber auch kürzere Schleifen gefahren werden.
Die Orientierung in dem von Seen und Mooren, Buchen- und Eichenwäldern, erstaunlich hohen Hügeln und Trockenrasen durchzogenen Achterland fällt nicht schwer. Große Bronzetafeln kennzeichnen die Orte, an denen Feininger seine Motive fand und seine berühmten „Natur-Notizen“ anfertigte. Dank eines vom früheren Pastor Martin Badelt aus Benz herausgegeben Begleitbuches ist immer ein reizvoller Vergleich zwischen den Feininger-Bildern und den realen Orten möglich.
„Für uns Feininger-Enthusiasten auf der Insel kam nur eine Radtour in Frage“, erzählt Badelt. „Denn der Künstler nutzte für seine Entdeckungstouren zwischen 1908 und 1921 hauptsächlich das Rad.“ Im Kunstkabinett Benz, das mehrere Feininger-Drucke verkauft, steht ein Exemplar der von ihm bevorzugten Marke „Original Cleveland Ohio“ aus dem Jahre 1897.
Original und Gemälde. Martin Bartels
recherchierte 45 Feininger-Malstationen
auf Usedom.
Auf ihrem Weg lernen die heutigen Pedalritter viele Seiten des Naturparks auch außerhalb der bekannten Touristenrouten kennen. So fahren die meisten Strandurlauber an der Holländermühle von Benz meistens im hohen Bogen oder ahnungslos vorbei. Die „Feininger-Radler“ aber erklimmen den Hügel, auch wenn sie dabei leicht außer Puste geraten. Doch von hier oben malte der 1955 verstorbene Künstler die Benzer St.-Petri-Kirche mit ganz unterschiedlichen Techniken und aus wechselnden Blickwinkeln. Dank des Begleitbuches staunen selbst Laien über das Talent des malenden Usedom-Liebhabers, der während seiner Sommeraufenthalte rund 1 300 Bilder fertigte. Auf der anderen Seite fällt der Blick aufs Achterwasser und viel Grün.
Spätestens bei dieser Aussicht wird der Reiz des Naturparks deutlich. Hier fühlen sich mehr als 280 Vogelarten heimisch, von denen 150 sogar hier brüten. Damit gehört die Insel zu den vogelreichsten Gebieten Ostdeutschlands. Gar keine Seltenheit sind beispielsweise die Seeadler. Aber auch Weißstorch, Kranich und Graureiher sowie Fischotter und Rotbauchunken kommen reichlich vor.
Feininger brachte neben Kirchen, Villen und anderen Gebäuden sowie Strand- und Dorfszenen, ebenso viele Naturbilder zu Papier. Seine Mondaufgänge gehören zu den eindrucksvollsten Motiven.
Die Themen auf der gemeinsam vom Nationalpark Harz sowie den Botanischen Gärten der Universitäten Halle und Göttingen betriebenen Fläche von rund 1 000 Quadratmetern Größe sind vielfältig. Da der 1 141 Meter hohe Brockengipfel durch seine exponierte Lage klimatisch den 1 700 bis 1 900 Meter hohen Alpenbergen und Weiten der Tundra entspricht, kann hier leicht die Anpassungsfähigkeit von Hochgebirgspflanzen an Klima- und Umweltveränderungen untersucht werden.
Die meisten Ausflügler kehren nach der Radtour nicht nur mit vielen neuen Feininger-Eindrücken zurück. Sie haben auch bislang unbekannte Schönheiten der Insel Usedom entdeckt.
Weitere Informationen unter www.naturpark-usedom.de und www.papileo.de
NATIONALE NATURLANDSCHAFTEN | INFOTHEK | PARTNER & SPONSOREN | KONTAKT | SITEMAP | LOGIN
2010 © EUROPARC Deutschland
Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks - Nationale Naturlandschaften
2010 © EUROPARC Deutschland
Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks - Nationale Naturlandschaften


