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Biologische Vielfalt erforschen, erhalten, erleben
2. Albsymposion auf der Schwäbischen Alb
Biologische Vielfalt erforschen, erhalten und erleben
Über die Vielfalt des Lebens und über die laufende Biodiversitäts- Ökosystemforschung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb diskutierten Anfang November rund 200 Teilnehmer im Bad Uracher Residenzschloss. Zu diesem 2. Albsymposium hatte die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und die Forschungsgruppe Biodiversitäts-Exploratorien an der Universität Ulm geladen. Unter den Gästen waren Wissenschaftler aus ganz Deutschland, Studenten, haupt- und ehrenamtliche Naturschutzakteure, Behördenvertreter und Bürger aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb - diskutierten.
Nach dem großen Erfolg des ersten Albsymposions im Herbst 2007 zum Thema „Geschichte der Kulturlandschaft im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ war die Entscheidung für ein zweites Albsymposion mit dem Thema „Biologische Vielfalt“ schnell getroffen: zum einen, weil die Erhaltung der biologischen Vielfalt ein Hauptanliegen von Biosphärenreservaten ist und zum anderen, weil Forschung zu den elementaren Aufgaben in Biosphärenreservaten gehört. Als Kooperationspartner konnte das Institut für Experimentelle Ökologie an der Universität Ulm gewonnen werden.
Viele Untersuchungsflächen des Forschungsprojektes mit dem Titel „Biodiversitäts-Exploratorium“ liegen unmittelbar im Biosphärengebiet. Dort soll Ökosystemforschung großskalig stattfinden und mit einer Langzeitperspektive vereint werden. Dazu werden in einer real bewirtschafteten Landschaft die Rückkopplungsschleifen zwischen Land(schafts)nutzung, biologischer Vielfalt sowie biologischen Interaktionen und den Ökosystemleistungen untersucht.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Verbundprojekt führt deutschlandweit insgesamt drei Exploratorien durch: im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und im Nationalpark Hainich. In allen drei Großschutzgebieten werden Beziehungen zwischen der Artenvielfalt und Ökosystemprozessen im Wald und Grünland untersucht.
Foto: Konstans Wells
Die Vielfalt im Tagungstitel spiegelte sich auch in der Vielfalt der insgesamt 16 Referate aus Forschung und Praxis wider, mit denen ein erster Einblick in die laufende Forschung im Biosphärengebiet im Kontext „Biologische Vielfalt“ gewährt und der Status quo sowie Entwicklungspotenziale der Biologischen Vielfalt in der Naturschutzpraxis, im Wald und in der Landschaft hinterfragt wurden. Es ging um Blüten-Bestäuber-Interaktionen auf den Albwiesen, die Fledermausfauna, die Bewirtschaftung bzw. Pflege der Wacholderheiden, naturnahe Waldwirtschaft, Mikroorganismen in den Böden u.a.m. Mit Posterpräsentationen informierten Gruppen über das Spektrum ihrer Arbeiten im Biosphärengebiet. Über das Projekt der Nachwuchsforschergruppe „Ökosystemleistungen“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wurde ebenso informiert wie über die „Wiederbelebung der historischen Alblinsen – ein Beitrag zur Agrobiodiversität“.
Ganz konkreten Bezug zur Landschaft des Biosphärengebiets gab es im Themenblock „Biodiversität in der Naturschutzpraxis“. Wie kann Biodiversität im Biosphärengebiet konkret durch Naturschutzplanung erhalten werden? Passen Biodiversität, Erholung und Tourismus zusammen und wie? Es kristallisierten sich zwei zentrale Fragen heraus: Zu welchem Thema besteht im Bereich „Biologische Vielfalt“ konkreter Forschungsbedarf im Biosphärengebiet Schwäbische Alb? Wie und wo könnte man „Biologische Vielfalt“ im Biosphärengebiet Schwäbische Alb noch stärker thematisieren?
Die Tagung endete mit einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Forschung, Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus zum Tagungsthema „Biodiversität erforschen, erhalten & erleben“.
Dr. Dorothee Braband
Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Koordination Forschung u. Umweltbeobachtung
Vortragsprogramm zum 2. Albsymposion am 6./7. November in Bad Urach
- E. Kalko (Universität Ulm): Erhaltung der Biologischen Vielfalt als Chance für unsere Gesellschaft?
- M. Ayasse (Universität Ulm): Bestäubungsbiologie einheimischer Orchideen
- N. Blüthgen (Universität Würzburg): Blüten und Insekten in den Albwiesen: Wer mit wem?
- M. Schloter (Helmholtz Zentrum München): Unsichtbar und doch wichtig – Mikroorganismen in den Böden der Alb und ihre Rolle für die Qualität von Böden
- V. Kracht (Regierungspräsidium Tübingen): Umsetzung von Natura 2000 als Beitrag zur Sicherung von Biodiversität im Biosphärengebiet
- M. Koltzenburg (Büro f. Botanik u. Landschaftsökologie, Tübingen): Die Wacholderheiden in Hayingen: Artenvielfalt durch Beweidung oder maschinelle Pflege? – ein Beispiel aus der Praxis
- K. Reidl (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen): Biodiversität, Erholung und Tourismus – ein Widerspruch?
- Nagel (Gutachter, Münsingen-Apfelstetten): Die Fledermausfauna im Biosphärengebiet Schwäbische Alb
- G. Harrer & R. Luick (Hochschule f. Forstwirtschaft Rottenburg): Landschaftselemente im Biosphärengebiet Schwäbische Alb in der 3. Dimension
- P. Berthold (Vogelwarte Radolfzell) Biologische Vielfalt: Was sagen uns die Vögel, die am besten untersuchten Lebewesen?
- J. Bauhus (Universität Freiburg): Ist die naturnahe Waldwirtschaft ein tragfähiges Konzept für die zukünftige Bewirtschaftung unserer Wälder?
- E. Aldinger (Forstliche Versuchs- u. Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Freiburg): Der Bannwald Stöffelberg-Pfullinger Berg – Biologische Vielfalt am Albtrauf
- S. Böhm (Universität Ulm): Heckenvögel auf der Schwäbischen Alb
- W. Konold (Universität Freiburg): Landschaftsveränderung und biologische Vielfalt
- M. Fischer (Universität Bern): Biodiversität: unsere Lebensgrundlage und Versicherung angesichts globaler und lokaler Umweltveränderungen
Finanziert und gefördert wurde die Veranstaltung durch die Landesstiftung Baden-Württemberg. Freundliche Unterstützung leisteten die Stadt Bad Urach, die VHS Bad Urach und die VHS Münsingen.
Weitere Informationen:
www.biosphaerengebiet-alb.de
dorothee.braband@rpt.bwl.de.
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2010 © EUROPARC Deutschland
Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks - Nationale Naturlandschaften
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