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In der Märkischen Schweiz geht die Lunge auf Samt

Eiszeitliche Formungen prägen den Naturpark Märkische Schweiz. Foto: Peter Churfürst

Für die „Märkische Schweiz“ zwischen Berlin und der Oder fand der Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. schon 1854 höchstes Lob: „Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt“. Die Gründe dafür haben sich seitdem nicht verändert. Gesunde Mischwälder, verträumte Seen und Bäche, Moore und sogar Schluchten und Höhenzüge garantieren beste Luft und laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Daher gehörte die nur 205 Quadratkilometer große und von lediglich rund 7 000 Menschen bewohnte Region des Naturparks auch zu den 14 im Nationalparkprogramm der letzten DDR-Regierung im September 1990 festgesetzten Naturschutzgebieten. Mit zwei neuen Angeboten sollen nun mehr Touristen in diesen oft als Geheimtipp gehandelten Naturpark gelockt werden.

Die Kleinstadt Buckow gilt als Perle
des Naturparks Märkische Schweiz,
nur 30 Kilometer hinter der östlichen
Berliner Stadtgrenze gelegen.

Wanderer können ab sofort auf einer ausgeschilderten und 20 Kilometer langen Naturparkroute zwischen den Orten Buckow und Waldsieversdorf die Region erkunden, während unter dem Namen „Natura Trail“ sogar ein 17 Kilometer langes Netz von Wander- und Radwegen durch „Schluchten und Kehlen“ auf einem Faltblatt aufgelistet ist.

Die Naturparkroute steht dabei im Zeichen eines Tieres mit einem ungewöhnlichen Namen. Die Gemeine Keiljungfer schmückt als Wappentier des Naturparks nicht nur Schilder und Karten, sondern begleitet die Ausflügler auch auf ihrem Weg rund um den Schermützelsee und durch die von der letzten Eiszeit geformte Landschaft. Dabei handelt es sich um eine gelb-schwarz gefärbte Libelle. Beim Männchen wirkt die Verdickung der letzten Segmente des Hinterleibs wie ein Keil. 53 von 75 heimischen Libellenarten schwirren durch dieses Naturparadies.

Der Natura Trail führt auch am
Stobberbach vorbei.

Wer zur rechten Zeit da ist, kann beobachten, wie die Fische die hier angelegte Fischtreppe nutzen. Wichtige Teile davon gehören zu dem vor einigen Jahren von den EU-Mitgliedsstaaten beschlossenen Netz von Schutzgebieten für wertvolle Tier- und Pflanzenarten unter dem Namen „Natura 2000“. Die Vereinigung der Naturfreunde Deutschland will mit ihren Natura Trails Wanderer und Radler für die bedrohte Artenvielfalt sensibilisieren und so für mehr Akzeptanz von Schutzmaßnahmen in den Regionen werben.

Im Naturpark Märkische Schweiz werden Ausflügler bei Führungen sogar mit dem für die sprichwörtliche Streusandbüchse eigentlich ungewöhnlichen Ausspruch „Berg frei“ begrüßt. Denn es geht ab und zu einige Meter „hoch“ hinaus. Im Besucherzentrum des Naturparks „Schweizer Haus“ kann dann jeder sein Wissen überprüfen und ergänzen. Schließlich sind im Gebiet mehr als 200 Vogelarten heimisch. 57 Brutvogelarten stehen auf der „Roten Liste“. Dazu gehören Eisvogel, Schwarzstorch, Rohrweihe und Wiedehopf.
Im Wald wachsen Kiefern, Hainbuchen und Robinien. An den etwas feuchteren Standorten gedeihen Ulmen-, Ahorn-, Eichen- und Lindenarten sowie Rotbuchen.

Am Ende der Wanderungen auf der Naturparkroute und dem Natura Trail wird wohl jeder Gast der Lobpreisung des königlichen Leibarztes zustimmen. Hier geht die Lunge wirklich auf Samt.

www.naturatrails-brandenburg.de
www.maerkischeschweiz.eu

Flyer Naturparkroute Märkische Schweiz

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