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Enthusiasmus im neuen Weltnaturerbe Wattenmeer

Foto: Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Er klingt manchmal wie der einsame Rufer im vielstimmigen Chor der Pessimisten über die Zukunft des Wattenmeeres an der Nordseeküste. Dabei verschließt Jens Enemark, schon seit 1987 Chef des von Deutschland, den Niederlanden und Dänemark gemeinsam betriebenen Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven, durchaus nicht die Augen vor den Gefahren. „Aber gemeinsam können wir es schaffen“, sagt der in Dänemark geborene, mit einer Niederländerin verheiratete und fließend deutsch sprechende Wissenschaftler. „Der im Vorjahr von der UNESCO verliehene Titel ‚Weltnaturerbe‘ hat einen unglaublichen Enthusiasmus unter allen Akteuren ausgelöst“, sagt Enermark. „Es gab einen Ruck und ich bin ganz optimistisch, dass sich die  Entscheidungsträger auf allen Ebenen den aktuellen Problemen gemeinsam stellen.“ Nicht zuletzt die Wattenmeerkonferenz auf Sylt im März mit mehr als 100 Wissenschaftlern, Politikern und Verbänden habe dazu viele Anstöße gegeben.

Die Naturfreunde freuten sich nicht nur über die Absichtserklärung der dänischen Umweltministerin Karen Ellemann, dass das Königreich auch seine Wattenmeerabschnitte genau wie Deutschland und die Niederlande in Kürze unter den Schutz des Weltnaturerbes stellen wolle. Auch die auf der Konferenz verabschiedete „Sylter Erklärung“ entsprach ihren Wünschen. Demnach soll das Wattenmeer bis zum Jahre 2030 „kohlendioxid-neutral“ sein. Es wird nach einer Verpflichtung aller drei Länder dann nur so viel Kohlendioxid ausgestoßen, wie die Umwelt aufnehmen kann. Außerdem einigte sich die Konferenz auf einen neuen Umwelt-Managementplan für die nächsten drei Jahre, der besonders den Schutz für Dünen und Seegras regelt.

Viele Vogelarten fühlen sich
ausgesprochen wohl im Wattenmeer.
Doch der Klimawandel bedroht auch
ihre Brut- und Futterplätze.
Foto: Nationalpark
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

„Es sind recht anspruchsvolle Ziele, auch wenn das Jahr 2030 noch weit weg erscheint“, kommentierte Jens Enermark die Konferenz. „Aber wir müssen unbedingt den Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel verhindern. Da beginnen wir jetzt vor unserer eigenen Haustür.“ Weitere Probleme sieht er im Eintrag von Umweltgiften ins Wattenmeer, im Einschleppen von neuen Tierarten wie der asiatischen Auster, im wachsenden Schiffsverkehr und den geplanten Offshore-Windkraftanlagen.

Seinen Optimismus zieht der Chef des Wattenmeersekretariats wesentlich aus den in den letzten Jahren erreichten Erfolgen. So habe sich die Population der Kegelrobben erheblich vergrößert und die Blüte der Salzwiesen gefestigt.

Wo Himmel und Erde sich treffen und
nahtlos ineinander übergehen - am
Nordseestrand von Wangerooge

Foto: Nationalpark Niedersächsisches
Wattenmeer

Besucher können sich davon in den drei Nationalparken Niedersächsisches, Hamburgisches und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, die zusammen den Wattenmeer-Nationalpark bilden, jederzeit selbst ein Bild machen. So starten von vielen Hafenorten Ausflugsschiffe zu Beobachtungsplätzen für Seehunde. In Hörnum/Sylt werden auch Fahrten zu den Knobsänden vor Amrum angeboten, wo die Kegelrobben zu Hause sind. Mit etwas Glück zeigen sich unterwegs auch Wale. Selbst hinter dem Deich lassen sich die wertvollen Tiere betrachten. In der Forschungsstation Friedrichskoog sind Seehunde und Robben zu Hause, während sich der Westküstenpark St. Peter-Ording auf Seehunde spezialisiert hat.

Alle Auskünfte zu geführten Wanderungen, Ausflugsfahrten und anderen Fragen bieten die jeweiligen Nationalparkhäuser, in denen sich auch die positiven Ergebnisse der Wattenmeer-Konferenz in Sylt ein Thema sind.

Weitere Informationen unter www.wattenmeer-nationalpark.de

 

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