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Fünf Buchenwälder in Deutschland sollen bald zum Weltnaturerbe gehören
Dichte Teppiche aus Bärlauch schmücken im Frühling den Buchenwald im Nationalpark Hainich, Foto: Rüdiger Biehl
Diese Vor-Ort-Begehungen sind Teil einer umfangreichen Prozedur. Schließlich vergibt die UN-Organisation in Paris den begehrten Titel nur nach eingehender Prüfung. Bislang tragen in Deutschland nur das Wattenmeer und die Grube Messel in Hessen die Auszeichnung. Sie stehen damit auf einer Stufe mit solchen Weltberühmtheiten wie den Victoriafällen, dem Grand Canyon, den Galapagosinseln und der Serengeti in Tansania. Aufmerksamkeit, Imagegewinn und nicht zuletzt zusätzliche Einnahmen durch die auf ausgewiesenen Wegen gelenkten Touristen machen diese Auszeichnung so wertvoll. Außerdem wären die schönsten deutschen Buchenwälder dann Teil eines europäischen Verbundes, denn auch zehn Gebiete der Buchenurwälder in den Karpaten im Grenzgebiet der Slowakei und der Ukraine haben die Prüfung schon erfolgreich bestanden.
Nach Ansicht der deutschen UNESCO-Kommission bestehen für die fünf deutschen Kandidaten beste Chancen auf den begehrten Titel. Zu den wichtigsten Kriterien gehören der so genannte „outstanding universal value“, also die außergewöhnliche universelle Bedeutung. Außerdem sollten die Gebiete eine relative hohe Unversehrtheit der Natur und eine hohe Authentizität aufweisen. Ein Schutz- und Verwaltungsplan soll den dauerhaften Erhalt der kostbaren Wälder sichern. Das ist allein schon durch die Lage der ausgesuchten Wälder in Nationalparken und in einem Biosphärenreservat gegeben.
Viele Forstwissenschaftler halten die Buchwälder für artenreicher als Laubmischwälder. Gerade die im Schnitt 250 bis 300 Jahre alten Bäume bieten im Verbund mit stehendem und liegendem Totholz, das vom Menschen nicht entfernt wird, einen großen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Höhlenbrüter, Fledermäuse und viele andere Lebewesen finden gute Unterschlüpfe. Quellen, Bäche, Seen, Moore, Felsen, Höhlen oder Blockhalden tragen zur Vielfalt bei. Etwa 6.000 Tierarten haben Biologen in Buchenwäldern entdeckt.
Ohne das Wirken des Menschen würde ganz Deutschland heute noch gänzlich von Buchenwäldern bedeckt sein. Doch die meisten Flächen verschwanden für Siedlungen, Industrien, Felder oder Straßen. Deshalb gelten die verbliebenen Buchenregionen als so wertvoll, dass sie nun als Weltnaturerbe dauerhaft gesichert und anerkannt werden sollen.
Die jetzt durch das Gelände streifenden Inspektoren dürften kaum Zweifel an den Anträgen finden. Dafür sind die Buchenwälder einfach viel zu schön.
Nationalpark Jasmund, Foto: Michael Weigelt
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2010 © EUROPARC Deutschland
Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks - Nationale Naturlandschaften
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