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Mehr Lammfleisch und Wolle für die Biodiversität
Schafe im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.
Manchmal fällt der persönliche Beitrag zur Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt ganz leicht, zumal man sich dafür nicht einmal in die freie Natur begeben muss. Die Unterstützung für die Zunft der Schäfer genügt schon. Möglichkeiten gibt es viele. Im Restaurant, an der Wursttheke im Supermarkt, beim Dorffest oder beim Fleischer bzw. Metzger müsste man sich nur für eine bestimmte Fleischart entscheiden: Lamm, in erster Linie natürlich aus der jeweiligen heimischen Region. Auch Vegetarier können sich beteiligen, indem sie im Handel gezielt nach Pullovern, Handschuhen, Socken oder anderen Dingen aus Schafwolle fragen.
Denn die Schafe sichern in weiten Teilen Deutschlands allein durch ihre Fresslust die Biodiversität. In keinem anderen heimischen Biotop ist die Artenvielfalt größer als auf den Schafweiden. Die Schäfer garantieren mit ihren Herden, dass die Flächen offen gehalten, gepflegt und erhalten werden. Reich werden die Schafhalter aber nicht, sodass die derzeit vielerorts zu hörenden Aufrufe zu einem verstärkten Lammfleischkauf oder zum Kauf von Produkten aus Schafwolle zu deren Existenzsicherung beiträgt.
Schafe im Biosphärenreservat Rhön.
Foto: RFriedrich
Die meisten Schafe gibt es in Bayern, Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg, wo rund 4 000 Schafhalter und 283.000 Schafe registriert sind. „Durch die Arbeit der Schäfer ist über Jahrhunderte eine besondere Kulturlandschaft mit einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen entstanden“, sagt Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg. So seien die einzigartigen Wachholderheiden der Schwäbischen Alb nur mit Schafbeweidung zu erhalten. Auch im Schwarzwald oder in Hohenlohe wäre in vielen Regionen die Schafhaltung nicht wegzudenken, vor allem zur Offenhaltung der Landschaft. „Besonders auf Grenzertragsstandorten der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald leistet die Schafhaltung einen hohen Beitrag für einen nachhaltigen Natur- und Landschaftsschutz“, erklärte die Staatssekretärin. Allein in Baden-Württemberg würden durch Schafe und Ziegen rund 60.000 Hektar extensives Grünland genutzt und erhalten. Daher gebe es flächendeckend keine vergleichbare Alternative zur Schafhaltung.
Zusätzlich verbreiten Schafe in ihrem Fell unzählige Samen von Pflanzen, die sie von Weidefläche zu Weidefläche tragen. Allerdings nimmt die Zahl der Hüteschäfer, die von einer Weide zur anderen ziehen, immer weiter ab.
Der würzige Duft der Wacholderheide wirkt
sich auch auf den Geschmack des Fleisches
aus. Foto: Agentur Maichle-Schmitt.
Deshalb gibt es überall neue Initiativen für die Stärkung der Schäfereien. Sterne-Köche entwerfen neue Rezepte mit Lammfleisch und Landschaftspflegeverbände schließen Verträge mit Schafhaltern. So kümmern sich acht Schäfereien im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Elbe-Kreuzhorst-Klus rund um Magdeburg um 260 Hektar naturschutzfachlich wertvolle Flächen. Dazu zählen Halbtrocken- und Trockenrasen, die wechselfeuchten Stromtal- und die Streuobstwiesen, die ohne diese besondere Pflege verbuschen würden.
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2010 © EUROPARC Deutschland
Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks - Nationale Naturlandschaften
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