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Nachwuchs in der Biberburg

Der Elbebiber findet mittlerweile gute Voraussetzungen im Biosphärenreservat Mittelelbe, so im Altwasser des großen Stroms. Foto: Mirko Pannach, Biosphärenreservat Mittelelbe

Die Schau-Biberburg im Biosphärenreservat Mittelelbe hat seit neuestem eine Kinderstube. Denn im einzigen Biber-Freigelände bundesweit hat das hier lebende Biberpaar Nachwuchs bekommen. Nach einer Tragezeit von 105 Tagen wurden am 22. Mai 2010 drei Jungtiere geboren. Bei ihrer Geburt wiegen die Jungen etwa 500 bis 600 Gramm. Sie werden ca. 8 Wochen von ihrer Mutter gesäugt, beginnen jedoch schon nach einigen Wochen die von den Alttieren herangeschafften Pflanzen zu fressen. Nach etwa 5 Wochen verlassen die Jungtiere zum ersten Mal die Biberburg, um mit ihren Eltern ihr Umfeld zu erkunden. Im Herbst haben die Jungtiere dann ein stattliches Gewicht von ca. 8 kg. Sie bleiben bis zu 2 Jahren bei ihren Eltern. Danach müssen sie sich ein eigenes Revier suchen. Bis zu 35 kg schwer werden Biber bei einer Körperlänge von 140 cm. Damit sind sie die größten Nagetier Europas.

 

 

Die kleinen Biber sind erst eine Woche alt, aber sehen schon aus wie die Großen. Schwimmen können sie bereits vom ersten Tag an, doch da die Jungtiere leicht wie ein Korken sind, würden sie auf ihrem Rückweg den Eingang zur Biberburg unter Wasser nicht erreichen. So futtern sie sich erst einmal etwas mehr Masse an. Foto: Peter Ibe, Biosphärenreservat Mittelelbe


Rund 1200 Tiere leben im Biosphärenreservat Mittelelbe von insgesamt etwa 2500 Tiere im Land Sachsen-Anhalt. Die Auenbereiche bieten dem Biber einen idealen Lebensraum. Weichhölzer und viele krautige Pflanzenarten gestalten seinen Speiseplan abwechslungsreich. Dieses gute Leben hatte er nicht immer, denn der Bieber wurde verfolgt: Katholiken verzehrten ihn als Fastenspeise aufgrund seines schuppigen Ruderschwanzes Gejagt wurde er aber auch wegen seines Pelzes und des Bibergeils. Das ist der Duftstoff, mit dem die Biber ihre Reviere markieren. In früheren Zeiten war Bibergeil als medizinisches Wundermittel begehrt. Ursprünglich in ganz Europa verbreitet, war der Biber durch intensive Bejagung, aber auch durch Zerstörung seiner Lebensräume im Zuge von Fluss- und Bachbegradigungen und der damit einhergehenden Intensivierung der Landwirtschaft auf wenige und kleine Areale an der Elbe, der Rhône und Südnorwegens zurückgedrängt worden. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war die autochtone Population der Elbebiber bis auf 300 Tiere zurückgegangen Ab den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts konnten sich die letzten Bestände wieder erholen und nach und nach in ihren angestammten Lebensraum zurückkehren.

Um den Besuchern des Biosphärenreservates die Möglichkeit zu geben, den Elbebiber in seinem natürlichen Lebensraum und in seinem Wohnkessel zu beobachten, wurde vor über 10 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Förder- und Landschaftspflegeverein „Mittelelbe“ e.V. eine heute etwa 20.000 m² große Biberfreianlage geschaffen. Durch seine nachtaktive Lebensweise ist er nur schwer zu beobachten. Den meisten sind aber seine deutlich erkennbaren Spuren an den Gewässern schon einmal aufgefallen. Schnittkegel gefällter Bäume, Fraßspuren wie abgeschälte Zweige und Äste sowie vom Biber errichtete Dämme zum Anstauen von Gräben sind ein sicheres Zeichen für seine Anwesenheit.

Um dem Bibernachwuchs einen optimalen Start zu geben, ist es erforderlich, dass die Biberfreianlage in den ersten 4 Wochen für den öffentlichen Besucherverkehr geschlossen bleibt. Die Besucher haben trotzdem die Möglichkeit in den Abendstunden von dem Aussichtsturm die Alttiere zu beobachten. Ab 21. Juni 2010 ist die Biberfreianlage wieder geöffnet.

www.elbebiber.de/mittelelbe/biberfreianlage

Anmeldungen für den Besuch der Biberfreianlage:
Tel.: (03 49 04) 4 06 14 oder (03 49 04) 4 06 15

Mai – Oktober:
Samstag, Sonn- und Feiertag 11.00 Uhr – 17.00 Uhr, Gruppen bitte nach Vereinbarung

November – April
Montag – Freitag: Gruppen ab zehn Personen nach Vereinbarung

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