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Wald wachsen sehen

Borkenkäferpfad im Nationalpark Harz eröffnet

Das Entstehen eines neuen Waldes können Besucher des jetzt eröffneten Borkenkäferpfades im Nationalpark Harz erleben. Unübersehbar sind gegenwärtig die Zerstörungen, die der Borkenkäfer in den Fichtenmonokulturen angerichtet hat. Schon sichtbar ist aber auch die Vielfalt des Lebens, das nun, ohne Zutun des Menschen, heranwächst. Ein neuer Wald entsteht. Der Borkenkäferpfad mit zahlreichen Info-Stationen lässt die Besucher verstehen, warum die Katastrophe eine Chance ist.

Wanderweg Borkenkäferweg

Kahle Kuppen, wo einmal dunkler Fichtenwald wuchs. Die Schäden, die der Borkenkäfer anrichtete, kann man schon vom Tal, von Ilsenburg aus sehen. Die Schäden für den Tourismus im beliebten, schon von Heinrich Heine besungenen Ilsetal sind unabsehbar. Doch nun hat man aus der Not eine Tugend gemacht und bietet Besuchern des Nationalparks Harz eine einzigartige Sehenswürdigkeit, den so genannten Borkenkäferpfad. An verschiedenen Stationen erfahren die Gäste Wissenswertes über den Baumschädling und seine besondere Rolle in der bisherigen Monokultur des Nutzwaldes. Man erfährt, wo der Borkenkäfer auch im Nationalpark weiter bekämpft wird und welche Auswirkungen es haben wird, dass weite Waldgebiete sich nun natürlich entwickeln. Als einmalig in Norddeutschland gilt diese Art der Aufklärung. Der Borkenkäferpfad soll Verständnis und Interesse der Gäste an der Natur und ihrer natürlichen Entwicklung im Nationalpark Harz wecken. Vor allem aber wird so ein Angebot zu einer spannenden Entdeckung gemacht: Zu beobachten, wie ein Wald neu entsteht, wie aus einer vermeintlichen Katastrophe Chancen für die Natur wachsen

Wanderung im Ilsetal
Die Wanderung auf dem Borkenkäferpfad beginnt im wildromantischen Ilsetal am Kurparkhotel Ilsenburg. Durch dichte Buchenwälder geht es über den Zickzackweg hinauf auf den Meineberg, wo die Natur sich dem Gast ganz anderes präsentiert.

Kahlflächen, abgestorbene Bäume und totes Holz prägen hier das Bild. Der Borkenkäfer hat ganze Arbeit geleistet. Doch wer genau hinschaut bemerkt, dass diese Flächen alles andere als tot sind. Unter den Überresten der Fichtenmonokultur entwickelt sich eine vielfältige Vegetation. Ein neuer Wald entsteht! Drei Erlebnisstationen mit attraktiven Informationstafeln zeigen entlang des Weges die hiesigen Borkenkäferaktivitäten, ihre biologischen Hintergründe und die Ursachen für diese Entwicklung.

Der Nationalpark Harz, in dem die Flächen des Meinebergs liegen, will mit dieser Initiative den Nationalparkgedanken den Besuchern näher bringen. Denn das

Motto „Natur Natur sein lassen" gilt hier in guten wie in schlechten Zeiten. Auch wenn der Borkenkäfer infolge der Fichtenmonokulturen, beschleunigt durch den Klimawandel, große Schäden anrichtet, so gehört doch auch er zu den natürlichen Harz-Bewohnern.

Gesunder Wald entsteht
Dass aus dieser Katastrophe auch Gutes entstehen kann, zeigt die Entwicklung auf dem Meineberg. Dieser Berg gehört zur so genannten 500m-Pufferzone, in der besonders aktive Käferbekämpfung durchgeführt wird, um das Übergreifen der Borkenkäfer auf Wälder außerhalb des Nationalparks zu verhindern. Doch schon innerhalb weniger Jahre wird hier ein vielfältiger gesunder Wald entstehen, der nicht durch Menschenhand geschaffen wurde.

Lehrpfad auf Zeit
Der Borkenkäferpfad ist nur ein Lehrpfad auf Zeit. In einigen Jahren wird die Natur die Zerstörungen des Käfers überwachsen haben. Bis dahin gehört zum Erlebnis des Harzes mit seinen lichten Mischwäldern, dichten Nadelwäldern und bunten Bergwiesen, auch der erste Borkenkäferpfad Norddeutschlands, mit der einzigartigen Gelegenheit, die Waldentstehung mitzuerleben.

Ein Video zum Pfad mit einem Interview von Nationalparkleiter Andreas Pusch ist unter http://www.multimedia-journalist.com/?p=612 zu sehen.

Broschüre: Karte Borkenkäferwanderweg (PDF-Dokument) 

Weitere Infos: Nationalpark Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode,
Tel. 03943 5502-0, Fax:  550237, www.nationalpark-harz.de

Wanderweg Borkenkäferweg

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