Nationalparks in Deutschland

Im Anschluss an eine internationale Konferenz in Fontainebleau (Frankreich) wurde 1948 die Nichtregierungsorganisation International Union for the Protection of Nature gegründet. 1956 erfolgte die Umbenennung in International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN). Ihr Hauptsitz befindet sich in Gland in der Schweiz, daneben gibt es weitere Niederlassungen in 45 Ländern.

Mit über 1.200 Mitgliedsorganisationen (85 Staaten, 122 Regierungsorganisationen, 106 internationale und 886 nationale Nichtregierungsorganisationen sowie 47 assoziierte Organisationen) und knapp 11.000 freiwillig mitarbeitenden Wissenschaftlern und Experten aus etwa 160 Staaten (Stand: September 2014) ist sie die größte internationale Naturschutzorganisation. Mitglieder aus Deutschland sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz), 20 Nichtregierungsorganisationen (darunter auch die EUROPARC Federation und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt) sowie eine assoziierte Organisation.

Laut ihrer Satzung hat es sich die IUCN zur Aufgabe gemacht, „Gesellschaften weltweit zu beeinflussen, zu ermutigen und zu unterstützen, die Unversehrtheit und Vielfalt der Natur zu erhalten und sicherzustellen, dass jeglicher Gebrauch natürlicher Ressourcen gerecht und ökologisch nachhaltig erfolgt“. Um Naturschutz und Nachhaltigkeit sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene zu unterstützen, setzt sie auf die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen, Projekte zum nachhaltigen Umgang mit biologischer Vielfalt und natürlichen Ressourcen, Lobbyarbeit und die Beratung von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen.

Zu den Aktivitäten der IUCN gehören unter anderem ein alle vier Jahre stattfindender Weltnaturschutzkongress (gleichzeitig Generalversammlung der Mitglieder), die Herausgabe der Roten Liste gefährdeter Arten und die Beratung des Welterbe-Komitees im Bereich des Naturerbes. Alle zehn Jahre lädt die IUCN zum World Parks Congress ein, um die Strategie zur Naturschutzarbeit in Schutzgebieten für die nächste Dekade festzulegen.

1978 veröffentlichte die IUCN ein System zur Einteilung aller Schutzgebiete der Erde in Kategorien, die anhand von Schutz- und Managementzielen definiert sind. Das System wurde 1994 noch einmal überarbeitet. Die sechs Kategorien stellen zwar keine Hierarchie dar, es ist jedoch ein grober Zusammenhang zwischen aufsteigender Kategoriennummer und abnehmendem Einfluss des Menschen im Gebiet erkennbar. Nationalparks entsprechen der Kategorie II. Zur Anerkennung müssen sie eine Reihe von Kriterien erfüllen.

Die Arbeit der IUCN teilt sich in 14 themenbasierte Programme auf, darunter Schutzgebiete, Wasser, Waldschutz, Arten, Umweltrecht und Ökosystemmanagement. In sechs Kommissionen erarbeiten ehrenamtliche Fachleute wissenschaftliche Grundlagen und Handlungsempfehlungen. Im Rahmen des Schutzgebietsprogramms ist die World Commission on Protected Areas (WCPA) tätig, die mit über 1.700 Mitgliedern aus 140 Staaten das weltweit größte Netzwerk aus Schutzgebietsexpertinnen und -experten darstellt. Sie setzt sich unter anderem durch die Beratung und Unterstützung von Entscheidungsträgern und Schutzgebietsmanagern, die Entwicklung von nachhaltigen Finanzierungstrategien, die Einbindung des Wissens indigener Volksgruppen sowie durch Öffentlichkeitsarbeit für die Entstehung und das effektive Management eines weltweiten Schutzgebietssystems ein.

Die Weltnaturschutzunion (IUCN)

Informationen zur Weltnaturschutzunion (IUCN) auf der offiziellen Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.


Die Umsetzung dieses Webseitenbereichs erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.