Nationalparks in Deutschland

Wälder sind multivariable, zufallsgesteuerte Sukzessionsmosaike. Das bedeutet, dass Wälder eine nahezu unendliche Vielfalt an unterschiedlichen Ausprägungen ihrer Entwicklungsstadien – vom Verjüngungsstadium über das Heranwachsen und Reifen bis zu Altern und Zerfall – aufweisen. Dadurch entsteht auf der Fläche ein sich dauerhaft veränderndes dynamisches Mosaik, das durch die gegebene permanente Anwesenheit vielfältigster Lebensräume die jeweilige waldtypische Artenvielfalt sichert.

Die Wälder in den deutschen Nationalparks sind ehemals bewirtschaftete Wälder und haben durch das wirtschaftliche Handeln des Menschen, das auf eine Produktion des wertvollen nachwachsenden Rohstoffs Holz ausgerichtet war, eine mehr oder weniger starke Veränderung ihrer ursprünglichen Artenausstattung und Strukturen erfahren. Dies ist grundsätzlich als Teil ihrer Entwicklungsgeschichte zu akzeptieren und kein Hinderungsgrund, diese Wälder wieder unter Nationalparkschutz dem freien Wirken der Natur zu überlassen. Im Managementplan können in konkret beschriebenen Ausnahmefällen für den Entwicklungszeitraum von maximal 30 Jahren Waldumbaumaßnahmen geplant werden, die im Sinne einer Renaturierung verloren gegangene ursprüngliche Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften wieder in das Gebiet einbringen.

Waldumbaumaßnahmen beschränken sich damit auf die Wiedereinbringung der verschwundenen ursprünglichen Arten, die dann in ihrer weiteren Entwicklung wiederum der ausschließlichen Steuerung durch die natürlichen Wirkungskräfte überlassen werden. Waldumbaumaßnahmen sind kein Kampf gegen gebietsfremde Baumarten oder solche, die heute über das ursprüngliche Maß hinaus eine Waldgesellschaft dominieren.

Wälder in Nationalparks werden als einzigartige Naturerscheinungen geschützt und dienen keinem wirtschaftlichen Zweck, insbesondere nicht der Holzproduktion. Alle waldbaulichen und forstwirtschaftlichen Maßnahmen wie zielgerichtete Verjüngung nach Verjüngungszielen, Mischwuchsregelung, Durchforstung und Qualitätsauslese finden daher in Nationalparkwäldern nicht statt.

Waldentwicklung im Nationalpark

Die Autoren berichten in dieser Langzeitstudie über die Entwicklung der Wälder im Schweizer Nationalpark und gehen dabei insbesondere auf die Walddynamik ein, die in den letzten 80 Jahren auf Versuchsflächen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft aufgezeichnet werden konnte.

Wald- und Wildmanagement auf DBU Naturererbeflächen

Dr. H. Otto Denstorf stellt das  Wald- und Wildmanagement auf den DBU-Naturerbeflächen vor, dessen Prinzip die Weiterentwicklung des Waldökosystems zu mehr Naturnähe ist. Dies soll durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden, die sich nach dem Entwicklungsstand des jeweiligen Waldgebiets richten und von der eingriffslosen natürlichen Entwicklung bis hin zu langjährigen Umbaumaßnahmen reichen.


Die Umsetzung dieses Webseitenbereichs erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.